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17.04.2008 

Die Hauptbotschaft des Interviews mit Piëch und Porsche richtet sich an Osterloh. Er spricht schon mal von einer "feindlichen Übernahme" und wird mit seinen scharfen Attacken gegen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking der Familie zunehmend unangenehm. "Der Herr Osterloh sitzt ganz oben auf einem Baum, und irgendwann muss er runterkommen", sagt Porsche. Er hoffe, das dass gelinge, "weil wir ihn nicht beschädigen wollen". Derartige Drohgebärden lässt Osterloh noch abperlen. "Bisher habe ich nur zart an den Stamm geklopft. Hochgeklettert bin ich noch gar nicht." Der aus Zuffenhausen gut bekannte Gutsherren-Ton werde die Belegschaften von VW und Audi nicht in die Knie zwingen.

Aber die Familieneigner von Porsche stehen fest zu Wiedeking: "Da sind wir uns einig. Die Familie steht hinter dem Management." Osterloh wollte ausnutzen, dass mit dem technikverliebten VW-Aufsichtsratschef Piëch und dem von der Porsche-Familie protegierten und eher kostenbewussten Wiedeking zwei unterschiedliche Philosophien von Autobauern aufeinander treffen. Die Hoffnung, Piëch auf die Wolfsburger Seite zu ziehen und so einen Keil in die Front zu treiben, kann Osterloh nach dem Interview aber begraben.

"Wir diskutieren hinter verschlossenem Vorhang vieles, aber letztlich sind wir uns einig, wenn es um wichtige Dinge geht", sagt Piëch. "Nur wenn man an einem Strang zieht, und zwar am gleichen Ende, ist man stark", ergänzt Porsche. "Wir drehen ein großes Rad." Osterloh droht eine schmerzliche Erfahrung. Er war es gewohnt, mit Niedersachsen als Großaktionär VW-Vorstände mit zeitlich befristeten Verträgen in die Zange nehmen zu können. Künftig sitzen an der Spitze des Porsche/VW-Konzerns Familieneigentümer - und das unbefristet.

Und noch eine Erkenntnis bringt das Interview: Piëchs automotiver Traum ist mit der VW-Übernahme längst nicht beendet. "Ich hätte gern noch einen kleinen, wertvollen Motorradhersteller drin." Piëch bleibt unberechenbar - nicht nur für Osterloh.

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