Bluter-Medizin
Bayer investiert kräftig in die Arznei-Produktion

Es ist die größte Investition in der Geschichte von Bayer HealthCare: Mehr als eine halbe Milliarde Euro steckt der Konzern in die Produktion neuer Arzneien gegen die Bluter-Krankheit.
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FrankfurtBayer steckt in Deutschland mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Produktion neuer Arzneien gegen die Bluter-Krankheit. Mit der Investition in Fabriken am Stammsitz Leverkusen und in Wuppertal reagiere der Konzern auf den wachsenden Bedarf nach solchen Präparaten, teilte Bayer am Dienstag mit. Bis 2020 will der Konzern in seiner Gesundheitssparte an den beiden Standorten rund 500 neue Stellen schaffen. Deutschlands größter Arzneimittelhersteller hat aktuell mehrere neue Wirkstoffe gegen die Bluterkrankheit in der Entwicklung. Die Bluter-Medizin ist einer der Forschungsschwerpunkte von Bayer im Arzneimittelgeschäft. Das Mittel Kogenate gegen die Krankheit war 2012 mit Erlösen von 1,2 Milliarden Euro das umsatzstärkste Präparat der Pharmasparte.

„Diese Investition ist eine der größten in der Geschichte des Teilkonzerns Bayer HealthCare“, erklärte der Chef der Bayer-Gesundheitssparte, Olivier Brandicourt. Bayer stellt Kogenate aktuell ausschließlich in seinem Werk im kalifornischen Berkeley her. Mit dem Kapazitätsausbau in Deutschland will sich das Unternehmen nun eine weitere Versorgungsquelle aufbauen - zumal zwei neue Bluter-Präparate bereits in der dritten Phase der klinischen Entwicklung erprobt werden. Eines davon - BAY 81-8973 - ist eine Weiterentwicklung von Kogenate. Bayer plant Zulassungsanträge im zweiten Halbjahr dieses Jahres. Im vierten Quartal 2015 soll dann der Marktstart sein. Für einen zweiten Wirkstoff - BAY 94-9027 - plant Bayer Zulassungsanträge im zweiten Halbjahr 2015. Auch diese Substanz ist schon in der Phase III der klinischen Entwicklung.

Bayer konkurriert bei Arzneien gegen die Bluterkrankheit unter anderem mit dem US-Konzern Baxter und dem dänischen Arzneimittelhersteller Novo Nordisk. Bei der vererbten Bluter-Krankheit fehlt der Blutgerinnungsfaktor VIII oder er wird nur fehlerhaft gebildet. Bei den Betroffenen verlängern sich deshalb Blutungen gefährlich. Weltweit leiden etwa 400.000 Menschen an der Krankheit.

In der Pharmaentwicklung gibt es aber auch Rückschläge bei Bayer. So fiel das Krebsmittel Nexavar in einer klinischen Studie durch, wie Bayer einräumte. Anders als erhofft schaffte es das Medikament nicht, das Wiederauftreten von Leberkrebs hinauszuzögern. Bayer testete das seit mehreren Jahren auf dem Markt befindliche Medikament mit dem Wirkstoff Sorafenib als Begleittherapie bei Leberkrebspatienten, denen bereits alle Geschwüre entfernt wurden. Nexavar zählt zu den wichtigsten Medikamenten von Bayer. Im vergangenen Jahr war die Arznei mit Umsätzen von 771 Millionen Euro immerhin das fünftumsatzstärkste Präparat des Pharmageschäfts.

„Obwohl wir vom Ausgang der Studie enttäuscht sind, wollen wir weiterhin das Potenzial von Sorafenib in allen Stadien von Leberkrebs untersuchen“, erklärte der Entwicklungschef von Bayer HealthCare, Jörg Möller. Das Medikament ist seit 2005 zur Behandlung von Nierenkrebs und seit 2007 zur Behandlung von Leberkrebs zugelassen. Im November vergangenen Jahres wurde die Arznei in den USA auch zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs genehmigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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