BMW-Aktionärin Johanna Quandt ist tot
Die bescheidene Grande Dame

Bewundert für ihre Bescheidenheit, geachtet für ihr soziales Engagement, verehrt als Unternehmerin. Johanna Quandt war schon zu Lebzeiten mehr als nur die Erbin eines Milliardenimperiums. Am Montag ist sie verstorben.
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Johanna Maria Quandt, so ihr vollständiger Name, war immer die große Dame im Hintergrund. Öffentliches Schaulaufen, Repräsentationsaufgaben oder gar der rote Teppich waren ihr stets fremd. Stattdessen bevorzugte sie lieber das heimische Anwesen am Rande des Bad Homburger Villenviertels.

Ein Leben, an dessen Ende sie als zweitreichste Deutsche hinter ihrer Tochter Susanne Klatten gelten sollte, war für die 1926 mit Familiennamen Bruhn geborene Johanna nicht abzusehen. Aufgewachsen im Berlin kam sie zwar damals schon aus besserem Hause. Max Rubner, ihr Großvater mütterlicherseits, hatte schließlich den Lehrstuhl für Hygiene des berühmten Robert Koch an der Berliner Friedrich Wilhelm Universität übernommen.

Mitten in der Endphase des zweiten Weltkrieges machte Johanna Quandt im Jahr 1944 eine Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin. Wegen der Kriegswirren konnte sie die aber nicht beenden. Ihre Erfahrung brachte Johanna Quandt als Krankenpflegerin in einem Lazarett ein. Diese Zeit hatte die junge Frau ihr ganzes Leben lang geprägt.

Nach dem Krieg arbeitete sie zunächst als Sekretärin bei verschiedenen Unternehmen, im Jahr 1955 ging sie schließlich als Haushaltshilfe in die Vereinigten Staaten. Ein wagemutiger Schritt für eine junge Frau, zehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges. Wenige Jahre später kehrte sie jedoch nach Deutschland zurück.

Als Büroangestellte fing sie bei dem Industrielle Herbert Quandt an. 1960 heiratete sie den Milliardär und wurde dessen dritte Ehefrau. 1962 kam die Tochter Susanne, vier Jahre später der Sohn Stefan zur Welt. In den folgenden Jahren kümmerte sie sich um die Erziehung der beiden Kinder. Susanne Klatten, so ihr heutiger Name, und ihr Bruder Stefan Quandt spielen heute eine wichtige Rolle bei den Beteiligungen der Familie

Die wichtigste ist dabei sicherlich der Autobauer BMW, wo Johanna Quandt bis zum Jahr 1997 auch im Aufsichtsrat saß. Gerade in dieser Zeit wurden maßgebliche Entscheidungen getroffen. BMW von damals war schließlich nicht mit dem Unternehmen von heute vergleichbar. Heute sind die Münchener zwar der größte Premium-Autobauer der Welt, viele maßgebliche Entscheidungen auf dem Weg dorthin fielen jedoch schon Jahrzehnte vorher.

Die Ausrichtung auf gut motorisierte, sportliche und dennoch auch komfortable Autos von überragender Qualität fiel in dieser Zeit und wurde auch in Krisenjahren konsequent weiterverfolgt. Stets mit dem Anspruch, dass so auch überdurchschnittliche Preise abseits des Massenmarktes zu erzielen wären.

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Kommentare zu " BMW-Aktionärin Johanna Quandt ist tot: Die bescheidene Grande Dame"

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  • Eine große Frau mit Format und wahrer Größe geht von uns. Sie hat mit ihrem Unternehmen nachhaltig dafür gesorgt, dass BMW, als deutsches Produkt, weltweit bekannt und sehr geschätzt wird.



  • Zitat: "Auch um die Förderung der Medien machte sie sich verdient. Mehrere Tageszeitungen las sie noch bis ins hohe Alter."

    UPs, ist das nun schon eine erwähnenswerte Förderung, wenn man mehrere Tageszeitungen ließt??

    Dann möchte ich bitte an dieser Stelle meine Mutter erwähnen, die mit über 90 Jahren noch mehrerer Tageszeitungen ließt.
    Ich hoffe, dass diese Förderung der Medien nun auch von den Medien gewürdigt wird!

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