BMW
Autobauer prüft in China E-Auto-Partnerschaft

BMW arbeitet bereits mit dem chinesischen Autobauer Brilliance zusammen. Nun erwägt der Konzern eine weitere Firma in Fernost. Die Kooperation drehe sich wohl nicht um Benzin- oder Dieselfahrzeuge.
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Shanghai/MünchenBMW lotet Insidern zufolge mit dem chinesischen Autobauer Great Wall eine Gemeinschaftsfirma für den Bau von Elektroautos aus. Die Hersteller prüften die Möglichkeit, ein Montagewerk in der ostchinesischen Stadt Changshu zu eröffnen, sagte ein BMW-Manager am Mittwoch. Ein anderer Insider sagte, eine potenzielle Kooperation drehe sich nicht um Benzin- oder Dieselfahrzeuge. China ist der größte Automarkt der Welt und treibt den Absatz von Pkw mit alternativen Antrieben auch durch Subventionen und Privilegien bei der Zulassung voran. Bis 2025 soll jedes fünfte verkaufte Fahrzeug ein Elektroauto sein. Für BMW ist China – wie für viele westliche Hersteller – der mit Abstand größte Einzelmarkt. Die Bayern arbeiten dort seit 2003 mit Brilliance zusammen.

Zu einem möglichen zweiten Gemeinschaftsunternehmen in China wollte sich BMW nicht äußern. „Wir kommentieren grundsätzlich keine Spekulationen.“ Auch Great Wall wollte sich nicht äußern. An der Börse in Hongkong kamen die Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit gut an: Die Aktie des aufstrebenden chinesischen Konzerns legte zeitweise um 19 Prozent zu. Analysten von Bernstein schrieben, Great Wall könne gemeinsam mit den Bayern endlich Fortschritte beim Thema Elektromobilität erzielen. Angesichts der politischen Ziele zu alternativen Antrieben in China sei zu erwarten, dass das neue Joint Venture nur E-Autos produziere. Dabei werde es um Produkte außerhalb der Marke BMW gehen, hieß es mit dem Verweis auf Mini. Chinas Ziel ist es, dass bis 2025 jedes fünfte verkaufte Fahrzeug ein E-Auto ist. Das Land will damit unter anderem die massive Luftverschmutzung in Großstädten bekämpfen.

Analysten der Investmentbank Jefferies gingen davon aus, dass die Entscheidung über ein gemeinsames Werk von BMW und Great Wall bis Jahresende fallen könnte. Die Autobauer sprächen seit vier Monaten über ein Gemeinschaftsunternehmen. Es sei nachvollziehbar, dass BMW einen anderen Partner in China brauche, um den Marktanteil im härter werdenden Wettbewerb zu verteidigen. Brilliance sei lange als reiner Finanzinvestor kritisiert worden, der keinen wirklichen Beitrag zum Erfolg von BMW in China leiste, hieß es in der Analyse.

Der Münchner Autobauer verwies dagegen auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner in China. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance werde wie geplant fortgesetzt, es werde weiter investiert, teilte BMW mit. Der Vertrag laufe bis 2028. BMW Brilliance Automotive hatte zuletzt seine Produktionskapazität auf bis zu 450.000 Fahrzeuge im Jahr aufgestockt. Die Bayern und die Chinesen bauen gemeinsam sechs Modelle, darunter den als Geschäftswagen beliebten 5er in einer Langversion und den Geländewagen X3. Seit 2014 bieten sie zudem unter der Marke Zinoro ein Elektroauto an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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