BMW baut Elektroproduktion aus
Stromstöße in Niederbayern

BMW stellt seine großen Werke auf Elektroautos um. Nach dem „i3“ in Leipzig soll im niederbayerischen Dingolfing der „iNext“ gebaut werden. Das Auto soll mehr können als nur elektrisch fahren.
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DingolfingIlka Horstmeier führt die Besucher zum „schönsten Lockenwickler Dingolfings“. Ein wenig ist die Leiterin der Motorenproduktion stolz auf ihren Wickelroboter für Elektromotoren im Werk 2.2. Kunstvoll zwirbelt die Maschine rund 3,5 Kilometer Kupferkabel zu einem handlichen Motor in Melonengröße, der demnächst in einem BMW-Hybridmotor arbeiten wird. 115 Kilowatt kommen aus der kleinen Kraftmaschine, „so etwas können Sie in der Industrie nicht kaufen“, sagt Horstmeier.

Deshalb hätten sich die Bayerischen Motorenwerke entschlossen, ihre E-Maschinen auch selbst zu bauen und nicht von Zulieferern zu kaufen. „Wir wollen schnell am Markt und technologisch führend sein“, betont die Managerin beim Gang durch die Produktion von Elektromotoren und Hochvoltspeichern. „Das geht nur, wenn wir alles für die Elektromobilität unter einem Dach haben.“

Dingolfing werde das „Kompetenzzentrum“ für Elektrokomponenten. Das Werk in Niederbayern soll künftig der Schrittmacher für alle Elektromotoren und Batterien sein. Bereits heute beliefert man acht Produktionswerke mit Motoren und Batterien, von South Carolina bis Thailand, wo der Geländewagen X5 auch als Plug-in-Hybrid montiert wird.

Vor vier Jahren begann BMW mit dem „i3“ in Leipzig mit dem Bau von Elektroautos. Viel Geld hat der Konzern in das Projekt gesteckt, dass die Erwartungen bislang nicht erfüllen konnte. 2016 verkaufte BMW keine 30.000 Elektroautos, bei einem Gesamtabsatz von 2,3 Millionen Stück im Konzern. In Deutschland war die Nachfrage trotz Kaufprämie besonders schwach.

Das soll sich jetzt ändern. 2017 will man immerhin auf 100.000 Elektro- und Hybridautos kommen, auch weil der Gesetzgeber keine andere Möglichkeit mehr lässt. Es gilt zunehmend Benzin- und Dieselmotoren zu ersetzen, die entweder zu viel Kohlendioxid oder zu viel Stickoxid produzieren. 2025 könnte jeder vierte BMW einen Elektroantrieb haben, das wären auf das heutige Produktionsvolumen bezogen rund 600.000 Stück. Man ahnt die Größe der Aufgabe, vor der BMW in den kommenden Jahren steht.

Dazu werden bei BMW nach und nach alle Werke so umgerüstet, dass sie sowohl Autos mit Verbrennungsmotoren als auch mit Hybrid oder Elektroantrieb bauen können. Das Konzept der „i3“ und „i8“-Produktion in Leipzig, wo BMW ein „Werk im Werk“ gebaut hat, soll der Vergangenheit angehören. Elektroautos müssen künftig voll in die herkömmliche Fertigungsstruktur integriert sein, fordert Produktionsvorstand Oliver Zipse.

Dingolfing bekommt eine Sonderrolle. Hier sollen nicht nur die Komponenten für die Elektroautos gebaut werden, hier soll 2021 auch der „iNext“ vom Band laufen, das nächste große Prestigeprojekt des Konzerns. Der „iNext“ soll nicht nur elektrisch, sondern auch autonom fahren können. Das heißt „der Fahrer kann sich mit Nebentätigkeiten beschäftigen“, sagt Zipse. Auch die Fähigkeit zur Stufe 4 des autonomen Fahrens soll in dem zukünftigen Elektroauto angelegt sein. „Das heißt: der Fahrer könnte auch schlafen“, erklärt Zipse. Da in Dingolfing traditionell die großen Limousinen der 5er, 6er und 7er-Reihe gebaut werden, soll auch der „iNext“ eine Oberklassen-Limousine werden.

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  • Naja, BMW muss mit seinen Autos auch Geld verdienen. Das muss Tesla bisher nicht! Für BMW ist es sicherlich kein Problem 600.000 E-Autos zu produzieren, jedoch müssen diese dann auch gewinnbringend verkauft werden. Tesla befindet sich momentan noch in einer schützenden Blase ohne wirkliche Konkurrenz. Der Umstieg zu E-Autos ist ein schleichender Prozess, welcher sich noch jahrelang hinziehen wird. Der iNext ist auch nicht das einzige nächste E-Auto von BMW, sondern gibt viel mehr die Marschroute der Konzernprodukte für die nächsten Jahre an. Das Ziel von BMW ist: bis 2021 bieten wir ein autonom fahrendes (Level 4) E-Auto an. Bisher ist nur autonomes Fahren auf Level 2 möglich.

  • Na ja, für einen gestandenen Dino wie BMW sollte das doch nicht so schwer sein, bis 2025 ca. 600.000 BEV zu produzieren. Das sehe ich jetzt nicht als so eine tolle Leistung, denn Tesla will / wird schließlich alleine mit den zu je 1000 Euro reservierten Model3 (z.B. BMW 3er Klasse) ca. 400.000 Stück bereits bis 2018 /19 schaffen.
    Da kommen die restlichen gut 5 Jahre bis zum BMW-Ziel noch dazu.

    Da laufen doch somit i. K. ganz andere Dimensionen ab, als das in Ihrem Artikel zum Ausdruck kommt.

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