Der Autobauer BMW hat den Abbau von 8 100 Stellen bestätigt. Von den Kürzungen seien im Inland 5 000 Zeitarbeiter und 2 500 Kräfte der Stammbelegschaft betroffen, außerdem 600 fest angestellte Beschäftigte im Ausland. Und für die Mitarbeiter könnte es noch schlimmer kommen.
HB MÜNCHEN. Die Kürzungspläne waren bereits vor Weihnachten bekannt geworden, BMW
hatte bislang aber keine konkrete Zahl genannt. Das holte BMW
-Personalvorstand Ernst Baumann am Mittwoch in München nach. Insgesamt beschäftigt BMW
weltweit knapp 108 000 Menschen, davon rund 80 000 im Inland. Bis Jahresende 2008 werde BMW
noch 3 200 Zeitarbeiter beschäftigen.
Bei den Zeitarbeitskräften hätten bereits 2 500 externe Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Der Rest soll im Laufe des Jahres folgen. Auf Seiten der Stammbelegschaft soll der Abbau auf freiwilliger Basis erfolgen, geplant sind hier Altersteilzeitregelungen und Abfindungen. Betroffen sind Baumann zufolge alle BMW
-Standorte im Inland, lediglich in Leipzig sind nur marginale Korrekturen geplant. Die Kürzungen sind Teil eines milliardenschweren Sparprogramms, mit dem BMW
seinen jahrelangen Renditeverfall stoppen will. Der Autobauer will bis 2012 insgesamt rund sechs Mrd. Euro sparen und seine Rendite im Auto-Segment auf acht bis zehn Prozent steigern. BMW
will seinen Absatz bis dahin auf 1,8 Millionen Fahrzeuge steigern. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 1,5 Millionen.
Die IG Metall kritisierte die Einsparungen als "Kulturbruch" im Umgang mit den Beschäftigten und warnte vor "kurzsichtigem Renditedenken". Der Stellenabbau sei angesichts eines Vorsteuergewinns von zuletzt 3,7 Milliarden Euro nur schwer nachzuvollziehen, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer.
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Der BMW
-Konzern erwägt über die geplante Streichung von 8 100 Stellen hinaus weitere Jobkürzungen. Wenn der Eurokurs nachhaltig bei 1,50 Dollar bleibe, werde das Unternahmen "auch beim Personalaufwand weitere Maßnahmen brauchen", sagte Baumann. "Nur Personal abbauen zu wollen, ist noch kein tragfähiges Konzept für die Zukunft", kritisierte Gewerkschafter Neugebauer.
Unter Druck stehen die Münchner vor allem wegen hoher Rohstoff- und Entwicklungskosten sowie wegen des schwachen Dollar. BMW
produziert nach wie vor einen Großteil seiner Fahrzeuge im Inland, der wichtigste Absatzmarkt sind aber die USA.
Für die Stellenstreichungen muss der Konzern laut Baumann 2008 kräftig Rückstellungen bilden: "Das wird sicher ein dreistelliger Millionenbetrag sein." Von 2009 an würden die Personalkosten dann um 500 Mill. Euro pro Jahr sinken.
Ungeachtet der Kürzungen wird BMW
Baumann zufolge in den kommenden Jahren aber auch einstellen. So seien in diesem Jahr etwa 500 Neueinstellungen geplant. Gesucht seien vor allem Informatiker und Ingenieure. Insgesamt soll die Zahl der Mitarbeiter 2012 dann wieder auch wegen der Produktionsausweitung auf dem Niveau des vergangenen Jahres liegen.

