BMW-Chef im Interview

Reithofer warnt vor Zerfall der Eurozone

BMW-Chef Norbert Reithofer fürchtet massive negative Folgen für die deutsche Wirtschaft, sollte die Euro-Zone auseinanderbrechen. Sein Unternehmen sieht er trotz Eurokrise auf Rekordkurs.
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BMW-Chef Norbert Reithofer: Euro-Aus würde „Exportwunder weitgehend zunichte machen“. Quelle: AFP

BMW-Chef Norbert Reithofer: Euro-Aus würde „Exportwunder weitgehend zunichte machen“.

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DüsseldorfDer bayerische Autokonzern BMW hat eindrücklich vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone gewarnt. „Bei einer Rückkehr zur D-Mark hätte Deutschland mit einer massiven Aufwertung zu kämpfen, die das deutsche Exportwunder weitgehend zunichte machen würde“, sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer dem Handelsblatt. „Die wirtschaftlichen Folgen wären gravierend.“ Als einer der ersten großen Wirtschaftsführer in Deutschland stellte sich Reithofer klar hinter die Ergebnisse des jüngsten EU-Gipfels und die Zugeständnisse von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich würde sagen, dass der Gipfel Teil der Lösung ist“, sagte der BMW-Boss.

Italien und Spanien hatten beim jüngsten EU-Gipfel Zugeständnisse von Deutschland beim Euro-Rettungsfonds erzwungen. Künftig sollen nicht nur direkte Bankenhilfen möglich sein, sondern auch der Aufkauf von Staatsanleihen reformwilliger Mitgliedsländer, wie die Staaten der Eurozone Ende Juni in Brüssel beschlossen. Dies hatte unter deutschen Ökonomen zu einem offenen Streit geführt.

Reithofer bezieht damit nun klar Position. Er appellierte zugleich an die übrigen Länder in Europa ihrer Verantwortung gerecht zu werden. „Alle Länder der Eurozone müssen Verantwortung übernehmen, um möglichst schnell eine dauerhafte Lösung zu erreichen“, mahnte der Konzernchef an. Wesentliche Punkte seien dabei Haushaltsdisziplin und das Angehen von Strukturreformen. „Die Europäische Union kann nicht nur von Deutschland getragen werden“, warnte Reithofer. Der BMW-Chef ist am Donnerstag Hauptredner auf der 20. Jahrerstagung des Handelsblatts zur Autoindustrie in München.

Reithofer sieht BMW auf Rekordkurs

Ungeachtet des schwierigen Automarktes in Euro in Folge der Eurokrise sieht sich BMW indes weiter auf Rekordkurs. „Wir sind auf dem besten Weg, im Gesamtjahr einen neuen Absatzrekord zu erzielen“, kündigte Reithofer an. Im ersten Halbjahr hatte der Hersteller mit seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce rund 900.000 Autos weltweit verkauft. Im vergangenen Jahr lag der Absatz insgesamt noch bei 1,67 Millionen Autos. BMW rechnet dabei auch weiterhin mit einer positiven Geschäftsentwicklung in China. Noch mache das Reich der Mitte nur zwanzig Prozent des Gesamtabsatzes von BMW aus – Europa dagegen rund 45 Prozent. „Ich würde sagen, dass wir immer noch sehr europalastig sind – vor allem wenn ich die Probleme in der Eurozone sehe“, sagte Reithofer.

Bei der neu geschlossenen Partnerschaft mit dem japanischen Hersteller Toyota will BMW die Japaner auch tief in sein wichtiges Know-how im Umgang mit dem Leichtbaustoff Karbon blicken lassen. „Wir haben uns viel Know-how und Patente beim Leichtbau erarbeitet“, sagte Reithofer. „Über dieses Thema sprechen wir nun auch mit unserem japanischen Partner.“ BMW ist Großaktionär beim Leichtbauspezialisten SGL Carbon und unterhält gemeinsam mit den Wiesbadenern eine gemeinsame Produktionsanlage für Karbonfasern, deren Details BMW vor dem SGL-Aktionär VW bisher sorgsam verborgen hält.

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  • Der Herr Reithofer hat recht. Es gibt nichts Schlimmeres und Unbeherrschbareres als eine Deflation.
    Inflation ist ein muss, aber mehr direkte Zahlungen an Arme und Förderung der Weiterbildung, der Kleinstunternehmer, der Kleinpatentanmeldern via Kleinstkredit wären Maßnahmen, damit die Liquidität auch unten ankommt, bei kleinen Leuten, die in Ihren Kopf und Ihre Ideen investieren wollen - und müssen.
    Dies ist wirklich ungenügend gelöst, zumindest in Bayern/LKR FFB bei München.

  • EINSPRUCH!
    Kein Wunder, dass BMW für den Euro ist, wird doch die Exportindustrie und damit auch BMW durch den Euro quasi subventioniert. Die Zeche zahlt allerdings der "kleine Mann" mit seinen Steuergeldern und demnächst geringeren staatlichen Leistungen wie weniger Geld für Schulen, schlechterer öffentlicher Infrastruktur usw, werden doch die dafür notwendigen Milliarden derzeit zur Aufrechterhaltung der maroden Südländer verpulvert. Also lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ...


  • on : Bundesverfassungsgericht verhandelt über Euro-Klagen - Nachrichten Newsticker - DPA - Infoline - Schlaglichter (DPA) - WELT ONLINE 2 days ago
    Wir werden von den anderen Staaten in Europa in Zukunft zur Kasse gebeten, dass uns unsere heutigen Staatsschulden von 2 Billionen Euro wie ein Taschengeld vorkommen. Wir werden für fremde Völker zahlen, dass uns die Schwarte nur so kracht. Rente mit 73, Benzinpreise 5-6 Euro, Stück Butter 6 Euro, Brot 10 Euro, Strom 1. Euro pro KW, usw. und eine Inflation von mindestens 5 - 8 %.
    Wer es nicht glaubt, soll sich diese Zahlen aufheben und in 10 bis 15 Jahren noch mal auf den Zettel schaun.
    Unser Wohlstand wurde dank Schröder, Steinmeier, Fischer und Helmut mit den Spendierhosen in den vergangenen Jahren bereits um 20 % vernichtet.
    Davor hat uns Lafontaine oft und laut gewarnt. Doch der dumme Wähler glaubte lieber BILD und anderen Verdummungsmedien. Dabei wurde doch der ALDIKORB für 50 Euro jedes Jahr leerer und bald wird gerade mal der Boden bedeckt sein

  • Deutschland wurde mit der D-Mark groß, reich und mächtig. Jetzt soll der normale deutsche Steuerzahler die Billionen Vermögen der Reichen nicht nur in Deutschland retten, sondern in fast ganz Europa. Ein paar Prozent reichen Leuten gehören die gebunkerten Billionen Euro.Es sind nicht die Banken die die einfachen Malocher retten sollen, sondern nur die riesigen sehr viel in der Krise
    gewachsenen Vermögen der Reichen. Außer höheren Preisen, stark ansteigende Inflation haben wir nichts davon. Zurück zur D-Mark wünscht sich die Mehrheit unseres Volkes und so wäre es auch richtig.

  • @Stefano
    Sie sind - mit Verlaub - die größte volkswirtschaftliche
    Leuchte! Auf Ihre Ausführungen haben alle gewartet.
    BMW und die ANDEREN exportieren munter weiter, alle sind
    glücklich und wir bezahlen diese Scheiße auch noch selber!
    Glück auf!

  • Reithofer hat völlig Recht. Wie kann man nicht sehen, daß Deutschland von der Europäischen Union und vor allem auch vom Euro so stark profitiert. Die DM wäre wohl jetzt fast so stark wie der US-Dollar und die Exporte würden extrem darunter leiden. Viele Leute würden dies wohl erst dann verstehen, wenn sie ohne Job wären. Wenn wichtige Reformen umgesetzt werden, ist die Eurozone auf einem guten Weg eine der stärksten Regionen weltweit zu werden.

  • Es ist schon eine Dreistigkeit, wie sich die Industrie gegenüber ihren Angestellten und Arbeitern in dieser Sache verhält!
    Exporte auf Kredit bringen uns garnichts, wenn am Ende der brave Steuerzahler dafür zahlt!
    Selbst wenn wir nach dem Ausscheren aus dem Euro wirtschaftlich zurückfallen und Schaden nehmen, ist das immer noch das kleinere Übel, anstatt sich durch den Euro in der EU völlig ruinieren zu lassen.

  • Herr Reithofer, BWM ist nicht Deutschland.

    Der Euro blutet alle Bürger, Steuerzahler und KMU im Dienste der Exportwirtschaft aus. Target2 ermöglicht eine Finanzierung von Landesbilanzdefiziten der PIIGS-Länder auf Kosten des deutschen Volksvermögens und wir damit verschenken den Export in die Eurozone quasi seit 3 Jahren.

    Die EZB ermöglicht der Exportwirtschaft quasi kostenlose Kredite, wieder im Gegensatz zu KMU. Die Exportwirtschaft ist parasitär und Deutschland der Wirt.

    Das ist kein solides Wirtschaftsmodell, es fehlt der Ausgleich der wirtschaftlichen Dysbalancen in Europa über die Währung.
    Der Euro führt Europa in eine totale wirtschaftliche, politische und moralische Katastrophe.

    Hier weiterlesen: http://www.scribd.com/doc/99210338/Das-Euro-Desaster

  • Ein Exportwunder auf Pump ist nichts wert. Wenn Griechen U-Boote kaufen, die sie sich nicht leisten können, mit geliehenem Geld und dann hinterher der deutsche Steuerzahler dafür haften soll, dann stünde Deutschland ohne eine derartige Sumpfblüte besser da. Schluss mit der Umverteilung zulasten der Mittelschicht, Herr Reithofer, das ist das Gebot der Stunde. Lesen Sie die FAZ vom 12.Juli 2012 Seite 25. Paul Kirchhof führt dort aus, dass die EU in der Krise steckt, weil das Recht missachtet wurde (und weiter missachtet wird). Reden Sie nicht weiter dem Rechts- und Verfassungsbruch zugunsten des Europas der Spekulanten das Wort.

  • Es wird immer deutlicher, wie die Kasten verbunden sind.
    Die eigenen Privilegien und der große "NEW-DEAL", der mit
    der Euroeinführung vereinbart wurde, werden bis zum Schluß
    mit allen Mitteln verteidigt.
    Egal wieviele Bürger leiden; in diesen Kreisen sind das
    Kollateralschäden, wie bei bewaffneten Auseinandersetzungen, die man locker in kauf nimmt.
    Hauptsache das "eigene Hemd" bleibt trocken und man kann
    die Normalbürger weiter betrügen und ausnutzen wie bisher.
    Die nächsten Steuer- und Abgabenerhöhungen stehen ins Haus.
    Für die Bürger wird es unerträglich werden.
    Wickelt die Eurozone ab; 1 Euro = 2 neue DM, das sind die
    Kasten dem Bürger schuldig!

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