BMW
Die lange Leitung von BMW

BMW hat heute nicht nur Zahlen vorgelegt, sondern auch einen ersten Einblick in die Zukunft des Konzerns gegeben. Und die steht unter dem Motto: kleiner, grüner und verstromt. BMW-Chef Norbert Reithofer weiß: Alle Hersteller müssen das Autobauen neu lernen. Wie der Lenker des bayrischen Autobauers in seinem Konzern die Kulturrevolution lostritt.

MÜNCHEN. Der letzte Hinweis ist der wichtigste. Nach all den technischen Erklärungen über den optimalen Batterieladezustand, die maximale Reichweite und die verlustfreie Kraftübertragung warnt der Mann von BMW noch: "Passen Sie auf die Fußgänger auf, die hören das Auto nicht!" Dann geht es mit dem Elektroauto raus aus der Tiefgarage und rein in Münchens Stadtverkehr.

Gas, Bremse, Lenkrad und die eigene Flüsterlautstärke: Viel mehr muss man nicht wissen, wenn man das erste Mal in einem Elektroauto sitzt. Auch wenn er, statt kernig zu röhren, surrend dahingleitet: der "Mini E" von BMW ist ein Kraftprotz. 204 PS leisten die 5088 Akkuzellen auf der Rückbank. Ein Zwischenspurt auf der Stadtautobahn beweist seine Spitzigkeit. So viel Power muss es schon sein, sonst mache das Fahren doch keinen Spaß, sagt der BMW-Ingenieur. Und darum geht es ja: "Der Kunde soll auf keinen Fall den Eindruck haben, in einer schlappen Kiste zu sitzen."

BMW strickt an einer Revolution, aber beim Autofahren soll sie später bloß keiner bemerken.

Ein paar Hundert Mini-Fahrer hat BMW für den Elektro-Mini geködert, in München, Berlin, New York, Los Angeles. Als erster Autohersteller der Welt, rühmt sich Konzernchef Norbert Reithofer, habe BMW somit eine nennenswerte Pilotflotte mit Elektroautos im Einsatz. Auch wenn das ein wenig übertrieben scheint, etwa mit Blick auf Japan: Die Mini-Stromer sollen zeigen, dass sie alltagstauglich sind, einfach zu bedienen sind und flott zu fahren.

Dass eben auch ein Elektroauto ein echtes Auto sei kann.

Elektro ist "in", Sprit ist "out". Alle Autokonzerne müssen umlernen. Wer nicht bald grün ist, der droht hinweggefegt zu werden vom Weltmarkt. Für BMW ist der Strategiewechsel noch ein wenig mehr eine Überlebensfrage als für manchen anderen Autokonzern. Kaum einen Hersteller hat die Absatzkrise so getroffen wie die Münchener. Monatelang liegen ganze Werke im Dornröschenschlaf, Zehntausende Beschäftigte fristen Kurzarbeit, 9000 Jobs hat Norbert Reithofer ganz gestrichen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt es keine Erfolgsprämie, weder für Arbeiter noch für Manager.

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