BMW eröffnet Werksneubau
Ein U-Boot taucht in Leipzig auf

A9, am Schkeuditzer Kreuz Richtung Dresden, Abfahrt Leipzig Messe, die BMW-Allee entlang, links und rechts sächsische Äcker. Da erscheint im Abendlicht bläulich schimmernd das Hauptgebäude des neuen BMW-Werks wie ein riesiges U-Boot – aufgetaucht aus einer anderen Welt.

LEIPZIG. „Kopf eines Wals“ nennt denn auch bei BMW so mancher das von der Londoner Star-Architektin Zaha Hadid entworfene Gebäude. Die Strukturen des Baus sind geometrisch so kompliziert, dass er nur mit selbstverdichtendem Beton gegossen werden konnte. Heute reicht es nicht mehr, nur ein Werk auf die grüne Wiese zu stellen. Die Kunst am Werk muss zum Symbol taugen.

Produktionsvorstand Norbert Reithofer spricht von einer offenen Gestaltung zur Förderung der Kommunikation. Die Komposition aus Stahl, Glas und Beton, in der die Verwaltung untergebracht ist, verbindet gleichzeitig alle Produktionsbereiche. Offen läuft das Band mit den Rohkarossen mitten durch den Verwaltungsbau.

Morgen eröffnet BMW den wohl größten Werksneubau eines Industrieunternehmens in Deutschland in diesem Jahr. Es ist das siebte Werk nach München, Dingolfing, Regensburg, dem südafrikanischen Rosslyn, Spartanburg in den USA und Shenyang in China. Auf dem 200 Hektar großen Gelände sollen in einigen Jahren täglich bis zu 650 Fahrzeuge vom Band laufen. Das Werk soll direkt 5 500 Beschäftigte und deren Familien ernähren. Über 130 000 Bewerbungen sind bei den Bayern eingegangen. Derzeit arbeiten bereits 2 000 Menschen im Schichtbetrieb. Seit 1. März läuft die Serienproduktion der neuen 3er-Reihe.

Die symbolische Werkseröffnung lässt sich Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht nehmen. Nur Freitag, der 13., war im Terminkalender des Kanzlers noch frei. Der publicityträchtige Einsatz kommt kurz vor der heiklen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gerade recht. Schröder wird BMW als leuchtendes Beispiel hervorheben. Der Autokanzler wird das Kunststück schaffen, die von der Hysterie um Feinstaub gebeutelte Autoindustrie zur rechten Zeit für sich einzuspannen, auch wenn es sich um den Lieblingsautobauer seines Erzrivalen Edmund Stoiber handelt, der beim Festakt auch nicht fehlen darf.

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