BMW-Gewinn Reithofer tritt mit neuem Rekord ab

BMW ist überraschend stark in das Jahr gestartet. Im ersten Quartal konnten die Münchener ihren Gewinn erneut um mehr als fünf Prozent steigern. Doch Norbert Reithofer sieht auf seinen Nachfolger Probleme zukommen.
Update: 06.05.2015 - 09:13 Uhr Kommentieren

„Der Wettbewerb ist heftig geworden“

„Der Wettbewerb ist heftig geworden“

MünchenBMW-Chef Norbert Reithofer verabschiedet sich mit einem weiteren Rekordquartal von der Konzernspitze. Der Münchner Autobauer steigerte im ersten Vierteljahr den Gewinn vor Steuern überraschend stark um 5,1 Prozent auf fast 2,3 Milliarden Euro. „Wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Reithofer am Mittwoch. Für 2015 bekräftigte er die Prognose, wonach das Konzernergebnis vor Steuern solide wachsen soll, gemeint sind damit fünf bis knapp zehn Prozent.

Allerdings sieht er auf seinen Nachfolger Harald Krüger, der nächste Woche die Führung des Oberklasse-Herstellers übernimmt, viele Probleme zukommen: In Russland, einst Hoffnungsmarkt, bleibe die Lage auf dem Automarkt schwierig. In China, lange Boomregion, werde das Geschäft weniger dynamisch wachsen.

Zudem rechnet BMW im laufenden Jahr mit weiter steigenden Personalkosten. Die Ausgaben für neue Modelle, Werke und Antriebstechnologien blieben hoch. Der Konzern sieht sich als Innovationsführer bei der Elektromobilität und hat viel Geld in die Modelle i3 und i8 gesteckt, verkauft aber davon vergleichsweise wenig Fahrzeuge.

Wenn Autos zu Kunstwerken werden
BMW Art Car von Roy Lichtenstein
1 von 19

Roy Lichtenstein, Alexander Calder, Robert Rauschenberg, A. R. Penck, Andy Warhol, David Hockney oder Jenny Holzer – das automobile Kunstprojekt von BMW vereint seit nunmehr vier Jahrzehnten die erfolgreichsten Protagonisten der zeitgenössischen Kunst mit den exklusivsten Fahrzeugen des Hauses ...

BMW Art Car von Alexander Calder, 1975
2 von 19

1975 begann die Geschichte der bemerkenswertesten Kollektion der Art Cars. Der französische Kunstauktionator und Privatrennfahrer Hervé Poulain wollte mit einem 440 PS starken BMW „CLS 3.0“ bei den „24 Stunden von Le Mans“ antreten. Um dem Fahrzeug einen besonderen Aufmerksamkeitswert zu verleihen, überredete Poulain seinen Freund, den weltbekannten amerikanischen Künstler Alexander Calder (1898 – 1976), den Rennwagen farblich zu gestalten. Der Coup gelang. BMW erkannte sofort die Chancen, die in der Kombination Automobil und zeitgenössischen Künstlern von Weltrang lagen. Bis heute entstanden so 17 unverwechselbare Automobile, die die Höhepunkte im BMW-Museum stellen und in Wanderausstellungen rund um die Welt bis heute regelmäßig für Aufsehen sorgen ...

BMW Art Car von Frank Stella, 1976
3 von 19

Der Erfolg des Calder-Coupés 1975 ermutigte die Verantwortlichen in München bereits im folgenden Jahr einen weiteren Granden der modernen Kunst für eine individuelle Interpretation eines BMW zu begeistern. Der 1936 geborene Amerikaner Frank Stella profilierte sich durch eine ungewöhnliche Kombination von Malerei und Skulpturen zum Mitbegründer einen neuen Kunstauffassung. Somit kam ihm die Fläche einer Autokarosserie für seine Arbeit besonders entgegen. Sein 3.0 CSL zeichnete sich durch streng geometrische schwarze Strukturen auf einer weißen Grundlackierung aus. Auch der Stella-CSL rannte in Le Mans.

BMW Art Car
4 von 19

Das wahrscheinlich bekannteste Art Car: Der 1977er 320i Gruppe 5 von Roy Lichtenstein.

BMW Art Car von Andy Warhol, 1979
5 von 19

Ein Jahr später gestaltete Roy Lichtenstein (1923 – 1997), Wegbereiter der sogenannten „Pop Art“, einen 320i Turbo für das Rennen an der Sarte. Nach einer Pause 1978, gelang BMW 1979 ein besonderer Coup für die nunmehr bereits etablierte Kollektion der Art Cars. Im Rahmen eines regelrechten Happenings verwandelte Andy Wahrhol (1928 – 1987) einen M1 in ein bemerkenswertes Farbspektakel, das sich ebenfalls vor dem Publikum in Le Mans präsentieren durfte.

BMW Art Car von Ernst Fuchs, 1982
6 von 19

In den Achtzigern bewegte sich die Kollektion weg vom Korsett der Rennfahrzeuge und regelmäßigen Neupräsentationen. 1982 widmete sich der 1930 geborene Österreicher Ernst Fuchs einem 635 CSi.

BMW Art Car von Robert Rauschenberg, 1986
7 von 19

Der 635 CSi. Ein Thema, das 1986 auch Robert Rauschenberg (1925 – 2008) interpretierte. Der amerikanische Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler entzog sich mit einem vielschichten Werk der strengen Zuordnung zu einer Stilrichtung.

Rückenwind für das geplante sechste Rekordjahr in Folge erhofft sich der Hersteller von 15 neuen und überarbeiteten Modellen, die im Jahresverlauf an den Start gehen sollen. Beim Absatz wird ebenfalls ein solider Zuwachs angepeilt. 2014 verkauften die Münchner 2,1 Millionen Fahrzeuge ihrer drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Auch 2015 wolle man der weltweit führende Hersteller von Premiumfahrzeugen bleiben, betonte der Konzern. Die beiden Konkurrenten Audi und Mercedes haben sich auf die Fahnen geschrieben, den Platzhirsch bis 2020 zu verdrängen.

Im ersten Quartal 2015 verteidigte BMW mit knapp 527.000 ausgelieferten Fahrzeugen, davon fast 452.000 der Kernmarke, seine Spitzenposition. In der Sparte Automobile schwoll der Umsatz um 14,1 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro an - allerdings nicht nur wegen des Absatzzuwachses, sondern auch wegen Währungseffekten. Im Gesamtjahr dürften die Erlöse im Kernsegment deshalb "deutlich steigen", kündigte der Konzern an. Bislang war lediglich ein solider Umsatzanstieg erwartet worden.

Bei der zentralen Größe in der Autosparte, der Rendite, strebt BMW 2015 nach wie vor einen Wert zwischen acht und zehn Prozent an. Im Startquartal stagnierte die Marge vor Zinsen und Steuern bei 9,5 Prozent; Analysten hatten hier einen Rückgang erwartet. Die Münchner lagen bei der Rendite hinter Audi mit 9,7 Prozent, aber vor Mercedes-Benz mit 9,4 Prozent. BMW steigerte in der Autosparte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 13,5 Prozent auf 1,794 Milliarden Euro. Auch das Geschäft mit Motorrädern und Finanzdienstleistungen warf mehr operativen Gewinn ab.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: BMW-Gewinn - Reithofer tritt mit neuem Rekord ab

0 Kommentare zu "BMW-Gewinn: Reithofer tritt mit neuem Rekord ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%