BMW-Gewinn sinkt

Holpriger Start für Harald Krüger

In seinem ersten Quartal als BMW-Chef hat Harald Krüger keinen glänzenden Start hingelegt. Der Gewinn sank, und auch bei der Rendite fällt BMW zurück. China ist nur eine von vielen Baustellen für den neuen Konzernchef.
Update: 04.08.2015 - 10:25 Uhr Kommentieren
Der Manager leitet seit Mai die Geschicke des Autobauers BMW. Quelle: ap
Harald Krüger

Der Manager leitet seit Mai die Geschicke des Autobauers BMW.

(Foto: ap)

MünchenDie Schwäche im weltgrößten Pkw-Markt China, der Preiskampf in vielen Ländern und hohe Ausgaben für Personal und Modellentwicklung haben dem neuen BMW-Chef Harald Krüger einen Gewinnrückgang eingebrockt. In den ersten drei Monaten seiner Amtszeit, von Mai bis Juni, brach in der Kernsparte Automobile das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um fast 16 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro ein. „Sollten die Herausforderungen im chinesischen Markt zunehmen, können wir Auswirkungen auf unsere Prognose nicht ausschließen“, heißt es im Halbjahresbericht

Analysten hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Der Gewinnbeitrag aus China sank, dort hat sich der Automarkt merklich abgekühlt. Zudem verkauften die Münchner mehr kleine und kompakte Fahrzeuge, die weniger abwerfen als große Limousinen und Geländewagen. Krüger sagte, BMW setze weiter auf eine weltweit ausgewogene Verteilung des Absatzes und könne flexibel auf die Entwicklung in einzelnen Ländern reagieren.

Weil der Umsatz wegen höherer Verkaufszahlen und wegen Währungseffekten kräftig anstieg, gab die Rendite in der Autosparte auf 8,4 (Vorjahr: 11,7) Prozent nach. Damit fiel BMW hinter die Konkurrenten Mercedes mit 10,7 Prozent und Audi mit 9,9 Prozent zurück.

Für 2015 bekräftigte der Konzern die Prognose, wonach die Ebit-Marge im Autogeschäft zwischen acht und zehn Prozent liegen soll. Beim Absatz der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ist nach wie vor ein solider Zuwachs angekündigt, nach bisherigen Angaben entspricht dies einem Plus zwischen fünf und 9,9 Prozent. Auch 2015 wolle der Konzern der führende Premium-Hersteller bleiben, hieß es weiter.

Das sind die Bestseller von BMW
Platz 10 - Mini Countryman - 68.301 verkaufte Fahrzeuge*
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Den Auftakt in der Reihe der zehn Bestseller von BMW macht der Crossover der kleinen Schwester. Der Absatz des Countryman ist zwar um 22,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Das reicht aber noch für die Top Ten.

*Stand: Gesamtjahr 2016, Quelle: BMW Geschäftsbericht

Platz 9 - BMW 4er - 133.272 verkauft Fahrzeuge
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Den Auftakt in der Reihe der BMW-Modelle macht dieses Mittelklassefahrzeuge Der Absatz ist zwar um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Das reicht aber noch für Platz neun.

Platz 8 - BMW X3 - 157.017 verkaufte Fahrzeuge
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Die Konkurrenz im Segment der kompakten SUVs wird immer enger. Der Bestseller konnte aber seinen Absatzknick aus dem Vorjahr ausbügeln – die Verkäufe legten wieder um 13,9 Prozent zu.

Platz 7 - BMW X5 - 166.219 verkaufte Fahrzeuge
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Der dritte Generation des SUVs bleibt ein Verkaufserfolg. Im vergangenen Jahr sank der Absatz des Modells jedoch leicht um ein Prozent.

Platz 6 - BMW 1er - 176.032 verkaufte Fahrzeuge
5 von 10

Beim Kleinen wagen die Münchener bald den Tabubruch. Das aktuelle Facelift ist der letzte mit Heckantrieb. Der Absatz sank 2016 aber um gut drei Prozent.

Platz 5 - BMW 2er - 196.183 verkaufte Fahrzeuge
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In der Nomenklatur der Münchener ist der 2er eine der jüngsten Modellreihen. Das Coupé ging im März 2014 an den Start. Nach dem starken Start legen auch 2016 die Verkaufszahlen erneut um ein Viertel zu.

Platz 4 - Mini Cooper - 198.373 verkaufte Fahrzeuge
7 von 10

Egal welche Generation - der britische Klassiker hat sich längst zu einem der Bestseller der Münchener entwickelt. Nach einem starken Sprung 2015 ließen in diesem Jahr aber die Verkäufe wieder um rund zehn Prozent nach.

Mit gut 7,8 Prozent Absatzwachstum im ersten Halbjahr ist BMW immer noch auf Kurs. Doch auf den zweiten Blick zeigen sich einige Unwuchten: Während die Kleinwagenmarke Mini dank neuer Modelle gut ein Viertel mehr verkaufte, lag die Kernmarke BMW nur noch mit fünf Prozent im Plus. Zum Vergleich: Der Rivale Mercedes wächst zur Zeit doppelt so schnell wie die Münchener.

„Wir halten unseren Kurs.“
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