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14.01.2008 
Partner gesucht

BMW in Flirtlaune

von Carsten Herz

Bei seiner Suche nach geeigneten Kooperationspartnern liebäugelt BMW nicht nur mit dem Daimler-Konzern. Während der bayerische Autokonzern mit dem Stuttgarter Konkurrenten vor allem über eine Motorenkooperation verhandelt, ist die Themenpalette bei Gesprächen mit anderen Herstellern offenbar breiter gefasst.

Auf Partnersuche: BMW-Chef Norbert Reithofer Foto: apLupe

Auf Partnersuche: BMW-Chef Norbert Reithofer Foto: ap

DETROIT. Der bayerische Autokonzern BMW liebäugelt ungeachtet des derzeitigen Flirts mit dem Daimler-Konzern auch mit einer Zusammenarbeit mit anderen Herstellern. "Wir sprechen nicht nur mit Mercedes über eine Kooperation", sagte BMW -Chef Norbert Reithofer dem Handelsblatt am Rande der Autoshow in Detroit.

Mit anderen Gesprächspartnern kämen auch andere Themen zur Sprache: "Auch die Palette ist breiter, so reden wir auch nicht nur über eine Motorenkooperation." Gefragt, ob mit Audi, Ford oder Fiat gesprochen werde, antwortete der BMW -Chef: "Nicht mit Audi." Daimler-Boss Dieter Zetsche betonte, BMW und Mercedes wollten nach wie vor Felder für eine Kooperation auf dem Gebiet der Komponenten, wozu auch die Motoren zählten, finden. Ein zunächst erwogenes komplettes Plattformkonzept im Kompaktwagensegment mit dem Rivalen sei jedoch bereits verworfen worden.

Mercedes und BMW sprechen seit Monaten über eine Kooperation bei Motoren und Getrieben im Kleinwagensektor. Daimler-Vorstand Thomas Weber hat jüngst im Interview mit dem Handelsblatt eine Entscheidung noch für das Frühjahr dieses Jahres angekündigt. Zetsche hatte bereits vor Monaten bestätigt, dass Daimler mit BMW und anderen über kostensparende Kooperationen beispielsweise bei konventionellen Verbrennungsmotoren verhandelt.

Gespräche gibt es auch mit dem italienischen Autobauer Fiat. Dessen Chef Sergio Marchionne hatte noch im Dezember betont, dass die Gespräche nicht beendet seien.

Volkswagen führt keine entsprechenden Gespräche: "Über die bestehenden Kooperationen hinaus sehen wir angesichts der breiten Aufstellung des VW -Konzerns mit seinen acht Marken keinen Bedarf mehr für weitere Kooperationen", sagte VW -Chef Martin Winterkorn.

BMW hat dagegen Daimler angeboten, sich an seinem Motoren-Bündnis mit dem französischen Hersteller Peugeot zu beteiligen. Mit diesem hat BMW Vierzylinder-Motoren mit Direkteinspritzung entwickelt, die auch Mercedes beim 2011 geplanten Nachfolger der A- und B-Klasse einsetzen könnte.

Bisher kooperieren BMW und der Mercedes-Mutterkonzern Daimler lediglich in einzelnen technischen Bereichen wie der Entwicklung des Hybridmotors, einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor. Beide Hersteller wollen jedoch angesichts der Klimadebatte in Zukunft eine führende Rolle bei emissionsarmen und umweltfreundlichen Fahrzeugen einnehmen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Druck wird steigen

Insbesondere im margenschwachen Kleinwagen-Segment lassen sich durch einen gemeinsamen Motorenbau deutliche Kostenvorteile erzielen, da sonst häufig die nötigen Stückzahlen fehlen, um die Aggregate günstig herstellen zu können. Beide Premiumhersteller wollen in den nächsten Jahren ihre Rendite weiter deutlich steigern. So hat Daimler für alle Geschäftsfelder Effizienz-Programme gestartet.

Vor allem die traditionell margenschwächeren Fahrzeuge im Kleinwagensegment dürften von der vorgegebenen Umsatzrendite von zehn Prozent weit entfernt sein, weshalb Daimler Einsparungen über Kooperationen anstrebt. "Wir sind als Daimler in der Lage, alle Entwicklungsschritte alleine zu stemmen", betonte Zetsche jüngst. Es sei aber sinnvoll zu prüfen, ob es nicht effizienter sei, einen Teil der Aufgaben gemeinsam anzugehen.

Autoexperten rechnen damit, dass der Druck, Kooperationen einzugehen, in der Branche noch steigen werde. So steigt die Zahl der Anbieter im Weltautomobilmarkt, weil Hersteller aus China und Indien hinzukommen. Dies erfordere von den etablierten Unternehmen eine Anpassung ihrer Strategien, glaubt Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen.

Hierzu, argumentiert Diez, gehört die Entwicklung neuer Angebote, aber zunehmend auch die Kostensenkung durch Kooperationen. Dies gelte insbesondere für den Bereich der Fahrzeugentwicklung, wo die steigenden Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Sicherheit exponentiell steigende Kosten verursachten.

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