BMW-Quartalszahlen
„BMW hat viele hausgemachte Probleme“

Man hatte von den BMW-Quartalszahlen ohnehin Schlimmes befürchtet, aber sie fielen dann noch schlechter aus. An der Börse steigt der Kurs dennoch. Offenbar hoffen einige, dass es das nun war mit den negativen Nachrichten. Autoexperte Fragen Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler würde darauf nicht wetten.

Wie bewerten Sie die Zahlen?

Die Zahlen haben negativ überrascht und sind wirklich schlecht. Am Kritischsten ist der Ausblick. Ich fürchte, die Margen werden noch bis mindestens Mitte 2009 zurückgehen.

Liegt BMW im Branchentrend oder gibt es hausgemacht Probleme?

Natürlich belastet BMW die branchenweiste Absatzproblematik, aber darüber hinaus steht das Unternehmen mit seinem Produktzyklus schlecht dar: Der 5er, der 3er und auch der X3 und X5 sind in die Jahre gekommen. Es ist auch kein neues Modell außer dem 7er in Sicht, dass Abhilfe schaffen könnte. Für mich besteht eine sehr reelle Gefahr, dass BMW 2009 Verluste schreiben wird.

Die Aktie schaffte es nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Hätten Sie auch gekauft?

Ich halte die Reaktion für falsch. Wer glaubt, dass gerade bei BMW der Boden jetzt erreicht ist und alle schlechten Nachrichten heraus sind, geht aus meiner Sicht ein hohes Risiko ein. Der Abschwung im Leasingbereich wird erst einmal weiter gehen.

Wie kann BMW die Wende schaffen?

Der Produktzyklus ist sehr langläufig, da kann man keine schnelle Trendwende herbeiführen. Das Problem ist, dass BMW auf der Kostenseite bisher zu wenig gemacht hat. Auch wenn es sich unangenehm anhört: Zwei Prozent der Festbelegschaft gehen zu lassen reicht aus meiner Sicht nicht aus in dieser Situation.

Sehen Sie die Position von BMW-Chef Reithofer in Gefahr?

Die Frage stellt sich in diesem Fall für mich nicht. Der Produktzyklus wurde vor seiner Zeit entschieden. Vielleicht hätte er den Personalabbau etwas stärker betreiben können, aber das ist eben ein sensibles Thema. Man sollte ihm auf jeden Fall Zeit geben, die Wende zu schaffen.

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