Der bayerische Autokonzern BMW krempelt im Zuge seiner geplanten Modelloffensive die Produktionsplanung in Deutschland um. Wie ein BMW-Sprecher bestätigte, plant Vorstandschef Norbert Reithofer, das Werk Leipzig in den nächsten Jahren ganz auf die Produktion der 1er-Reihe auszurichten. So sollen in der jüngsten BMW-Fabrik künftig sämtliche Varianten des Einstiegsmodells gefertigt werden, darunter das Coupé und das jüngst angekündigte Cabrio.
MÜNCHEN. Auch der geplante kleine Geländewagen X1 wandert damit voraussichtlich nach Leipzig. Im Gegenzug wird laut Unternehmenskreisen mittelfristig die Fertigung der BMW 3er-Limousine von Leipzig in die Werke Regensburg und München verlagert, hieß es. Zunächst werde die 3er-Limousine aber weiter in Leipzig gefertigt, betonte der Sprecher. Bislang baut das Werk Leipzig den 1er-Dreitürer und die 3er-Limousine sowie das im November auf den Markt kommende neue 1er-Coupé.
Die Neuausrichtung der deutschen Werke ist ein weiterer Mosaikstein in der von Reithofer angestrebten strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Mit einem Effizienzsteigerungsprogramm, zahlreichen neuen Modellen und vermehrten Kooperationen will das Management BMW in den nächsten Jahren wieder stärker auf Rendite trimmen. Durch weniger Investitionen je Auto und mehr Produktivität will BMW bis 2012 die Kosten um sechs Milliarden Euro senken. Reithofer will dafür verstärkt Komponenten und Gleichteile über mehrere Baureihen einsetzen. So werden künftig der BMW 1er, der 3er der Z4, der neue Geländewagen X3 und der geplante Ableger X1 zum überwiegenden Teil die gleichen Baukästen nutzen.
Die neuen Modelle wie der kleine Geländewagen X1 oder die Cabrio- und Coupé-Versionen des Einser sollen Schwung in den zuletzt langsamer wachsenden Absatz bringen. BMW will seinen Absatz von zuletzt 1,37 Millionen Autos bis 2012 auf 1,8 Millionen Autos steigern. Damit wollen die Münchener auch die aggressiven Pläne der VW-Tochter Audi kontern, die 1,5 Millionen Autos bis 2015 produzieren will. Derzeit verkauft Audi rund eine Million Fahrzeuge.
Für die neuen Modelle muss BMW nun Platz in den Werken schaffen. Denn neben den weiteren Varianten des BMW 1er werden die Bayern auch eine neu geplante sportliche Großraumlimousine in Deutschland bauen, wie der BMW-Chef jüngst im Interview mit dem Handelsblatt ankündigte. Stärker als bisher werde BMW zwar Produktionskapazität im Ausland aufbauen. So plant Reithofer, die Fertigung im US-Werk Spartanburg auszubauen. Bereits im Jahr 2012 sollen dort 240 000 BMW vom Band rollen, derzeit beträgt die Kapazität 140 000 Autos. Negative Folgen für die deutschen Werke soll dies allerdings nicht haben. „Die Arbeitsplätze in Deutschland sind trotz Effizienzprogramm auch in den nächsten Jahren sicher“, betonte der Vorstandschef.
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Reithofer verwies dabei auf die enormen Effizienzsteigerungen der vergangenen Jahre. Voraussetzung sei aber, dass die deutschen Werke pro Jahr im Schnitt fünf Prozent effektiver werden, betont der BMW-Chef. In diesem Jahr wird das Ziel wohl übererfüllt. Produktionschef Frank-Peter Arndt will in diesem Jahr zehn Prozent liefern.
Reithofer hatte Ende September seinen neuen Strategieplan für das Unternehmen vorgelegt, der die Wettbewerbsposition von BMW in den kommenden Jahren wieder deutlich verbessern soll. BMW fuhr zwar die vergangenen Jahre von einem Absatzrekord zum nächsten, die Marge im Automobilgeschäft sank jedoch in zurückliegenden Jahren kontinuierlich. So lag der wiedererstarkte Erzrivale Mercedes bei der Umsatzrendite im ersten Halbjahr dieses Jahres wieder deutlich vor den Bayern.
Reithofer strebt nun bis 2012 eine Marge von acht bis zehn Prozent für das Autogeschäft an und knüpft damit an das Renditeziel des Konkurrenten Mercedes an, der sich zehn Prozent Umsatzrendite bis 2010 zum Ziel gesetzt hat. Im vergangenen Jahr hatte diese Kennziffer bei BMW nur bei 6,3 Prozent gelegen, im ersten Halbjahr 2007 war sie sogar weiter zurückgegangen.
Im September konnte BMW dank kräftigte Verkäufe des Mini den PKW-Absatz um sieben Prozent auf knapp 142 000 Autos steigern. Die Marke BMW legte 3,5 Prozent auf 118 000 Autos zu. Vertriebsvorstand Stefan Krause führte den Zuwachs auf umweltfreundlichere Varianten zurück. Für das Gesamtjahr bestätigte er ein Absatzwachstum „im höheren einstelligen Prozentbereich“.

