BMW streicht tausende Stellen, um Rendite zu steigern
„Der Speck muss weg“

Jahrelang hatte BMW stolz auf sein flexibles, "atmendes" Produktionssystem verwiesen. Während die Konkurrenz weltweit teils drastische Stellenstreichungen verkündete, hielt BMW die Zahl der Beschäftigten stabil und baute zeitweise vor allem im neuen Leipziger Werk sogar massiv Stellen auf. Jetzt erfolgt trotz Absatzrekorden die Kehrtwende.

HB MÜNCHEN. Der Münchner Autobauer hat am Freitag angekündigt, mehrere tausend Stellen zu streichen, um seine Rendite zu verbessern und im scharfen Wettbewerb auf den weltweiten Automärkten mitzuhalten. BMW will dabei auch die Zahl seiner festen Mitarbeiter verringern.

"Offenbar hat man in den vergangenen Jahren, als es erfolgreich lief, Speck angesetzt", sagte Ferdinand Dudenhöffer, Automobilwirtschafts-Professor an der FH Gelsenkirchen. Noch Anfang Oktober hatte Konzernchef Norbert Reithofer im Gespräch mit dem Handelsblatt betont: "Die Arbeitsplätze in Deutschland sind trotz Effizienzprogramm auch in den nächsten Jahren sicher. Unsere Fabriken sind zu 100 Prozent ausgelastet und arbeiten wie ein Uhrwerk."

Betriebsbedingte Kündigungen in der Stammbelegschaft schloss der Konzern aus. Ein Unternehmenssprecher erklärte am Freitag, dass der Arbeitsplatzabbau vor allem Zeitarbeitsverträge betreffen solle. Die IG Metall nannte den Arbeitsplatzabbau in dieser großen Zahl überraschend. "Wir werden im nächsten Jahr mit mehreren Tausend Stellen weniger als in diesem Jahr die gleiche Leistung erbringen", sagte BMW -Personalvorstand Ernst Baumann am Freitag.

"Die Maßnahmen sind Teil der vom Vorstand beschlossenen strategischen Neuausrichtung mit dem Ziel einer nachhaltigen Profitabilitäts-Steigerung", sagte BMW -Sprecher Mathias Schmidt. Die Produktivität soll um zehn Prozent pro Jahr wachsen. Die vom Nachrichtenmagazin "Spiegel" genannte Zahl von 8 000 wegfallenden Stellen, die in Branchenkreisen als "nicht unplausibel" bezeichnet wurde, wollte er nicht bestätigen. "Ein genaue Zahl können wir nicht nennen, es entspricht jedoch einem Abbau mehrerer tausend Stellen."

Seite 1:

„Der Speck muss weg“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%