BMW und VW in den Startlöchern
Automobil-Produktion soll wieder anlaufen

Die vom Streik in der ostdeutschen Metallindustrie betroffenen Automobilhersteller BMW und Volkswagen (VW) wollen nach dem von der IG-Metall angekündigten Ende des Arbeitskampfes ihre Produktion in der kommenden Woche wieder aufnehmen.

Reuters FRANKFURT. „Vorbehaltlich, dass unserer Zuliefer ZF Getriebe wieder im vollen Umfang an uns liefert, werden wir am Montag mit Vorbereitungen für die Aufnahme der Produktion beginnen“, sagte eine BMW-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. In diesem Fall würden beginnend mit der Frühschicht am Dienstag in München, Regensburg und Dingolfing wieder Fahrzeuge der 3er-Baureihe vom Band laufen.

Die IG-Metall war mit ihrem Ziel der Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie am Samstag gescheitert. Damit hatte die größte Industriegewerkschaft erstmals seit rund 50 Jahren ein Streikziel verfehlt. Nach vierwöchiger Dauer will die Gewerkschaft den Arbeitskampf am Montag beenden. Kürzere Wochenarbeitszeiten im Osten sollen nun über Haustarifverträge mit einzelnen Unternehmen erreicht werden.

Auch VW will die Produktion in der kommenden Woche wieder aufnehmen. „Wenn der IG-Metall-Vorstand heute in Berlin wie erwartet beschließt, den Streik zu beenden, könnten ab Montag in Mosel und Chemnitz die Bänder wieder anlaufen. Mit einem Tag Verzögerung würde dann auch die Produktion in Wolfsburg wieder anlaufen können, die am Freitag wegen ausgebliebener Teilelieferungen aus Sachsen hatte eingestellt werden müssen,“ sagte VW-Sprecher Peter Schlelein auf Anfrage.

Insgesamt konnten durch den Arbeitskampf rund 20 000 Autos täglich nicht gebaut werden. Den voraussichtlichen Umsatzausfall bezifferte Europas größter Autokonzern nicht. Allerdings dürfte sich dieser in Grenzen halten, da ein durch Streik verursachter Produktionsausfall aufgeholt werden kann. Bei dem Automobilhersteller Audi, der zu VW gehört, hieß es indes, man habe durch den Streik keinerlei Produktionsausfälle verzeichnet.

BMW konnte nach Angaben der Sprecherin wegen des Streiks in Ostdeutschland rund 1800 Fahrzeuge täglich - insgesamt knapp 11 000 Automobile - nicht produzieren. Zu Schätzungen von Experten, wonach dem Münchener Autobauer hierdurch täglich Kosten von 38 Mill. € entstanden, wollte sie sich nicht äußern. Auch mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die Jahresprognose von BMW lehnte die Sprecherin eine Stellungnahme ab: „Das kommentiere ich nicht, das (die Prognose) kann ich weder bestätigen noch verneinen.“ In Folge des Streiks habe der Konzern für rund 13 000 Mitarbeiter Kurzarbeit bei den zuständigen Arbeitsämtern beantragt. Noch sei offen, ob man die Produktionsausfälle mit Sonderschichten wieder aufholen werde.

Es sei bedauerlich, dass durch den Streik im Osten Betriebe im Westen so stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien, resümierte die Sprecherin. „Wir werden für den Standort Deutschland die langfristigen Perspektiven prüfen“, ergänzte sie, ohne aber konkreter zu werden. BMW hatte bereits vor gut einer Woche erklärt, sein Engagement in Ostdeutschland wegen des Streiks zu überprüfen. Die Sprecherin sagte, am Standort Leipzig, wo zunächst 1,3 Mrd. € investiert werden sollen und ab 2005 der 3er vom Band läuft, werde aber festgehalten.

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