28. Mai 2012 

Handelsblatt

_

BMW-Werk Leipzig: Betriebsrat geht gegen Leiharbeiter-Einsatz vor

Der Betriebsrat will die massive Beschäftigung von Leiharbeitern im BMW-Werk in Leipzig nicht mehr hinnehmen. Deswegen will BMW sich demnächst vor dem Arbeitsgericht die Erlaubnis für seine Personalstrategie abholen.

Ein Monteur am Fließband des BMW-Werks in Leipzig. Quelle: dpa
Ein Monteur am Fließband des BMW-Werks in Leipzig. Quelle: dpa

LeipzigDer Betriebsrat des Leipziger BMW-Werkes geht gegen den massiven Einsatz von Leiharbeitern vor. „Über 40 Prozent der Mitarbeiter im BMW-Werk sind Leiharbeiter. Das ist nicht mehr hinnehmbar“, sagte Betriebsratschef Jens Köhler der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Freitag). Es müsse stattdessen mehr unbefristete Festanstellungen geben.

Der Betriebsrat verweigerte die Zustimmung zur Beschäftigung von rund 1100 Leiharbeitern. Der Streit beschäftige demnächst das Arbeitsgericht Leipzig, sagte dessen Sprecher Frank Liedtke am Donnerstag. Es seien etwa zehn Verfahren anhängig, der erste Kammertermin sei für den 15. Februar anberaumt. BMW will sich die fehlende Zustimmung des Betriebsrates vom Arbeitsgericht ersetzen lassen.

Autobranche

Nach Angaben von Werkssprecher Jochen Müller beschäftigt BMW in Leipzig rund 2800 Stammkräfte. Dazu komme ein „flexibler Anteil an Zeitarbeitskräften“ - auf den der Autobauer nicht verzichten könne. „Es ist unsere unternehmerische Verantwortung, eine Mindestkapazität an Stammkräften einzusetzen und den Bedarf darüber hinaus flexibel handhaben zu können.“ Das Autogeschäft unterliege Schwankungen, die mit Zeitarbeitern abgefedert werden könnten. BMW baut in Leipzig mehrere Modelle der 1er-Reihe sowie den kompakten Geländewagen X1. Das Werk wird gerade für rund 400 Millionen Euro erweitert. Von 2013 an sollen die neuen Elektromodelle von BMW in Leipzig gefertigt werden.