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21.12.2007 
Autobauer

BMW will tausende Jobs streichen

Der Autobauer BMW streicht im kommenden Jahr trotz eines Rekordabsatzes tausende von Arbeitsplätzen. Der Großteil der Stellen soll in Deutschland abgebaut werden. Genauere Zahlen kursieren bereits – und auch welcher Standort wohl am meisten davon betroffen sein wird. Der Kurs der BMW-Aktien zog nach der Mitteilung an.

BMW verkauft mehr und verdient weniger - dagegen will Unternehmschef Norbert Reithofer vorgehen. Foto: ap Lupe

BMW verkauft mehr und verdient weniger - dagegen will Unternehmschef Norbert Reithofer vorgehen. Foto: ap

fas/ HB MÜNCHEN. Der Stellenabbau ist Teil des milliardenschweren Sparprogramms, mit dem der Autobauer seinen jahrelangen Margenverfall stoppen will. „Betriebsbedingte Kündigungen sind derzeit nicht geplant“, sagte ein BMW-Sprecher am Freitag in München. Der Konzern bestätigte, dass mehrere tausend Arbeitsplätze wegfallen. In Branchenkreisen wurde eine Zahl von 8000 Stellen, über die der „Spiegel“ berichtet hatte, als „nicht unplausibel“ bezeichnet.

Betroffen seien vor allem Leiharbeiter, betonte der Konzern. Ihr Anteil ist vor allem im Leipziger Werk besonders hoch. Auch in der Stammbelegschaft sind aber größere Einschnitte geplant. Derzeit hat BMW gut 107 000 eigene Beschäftigte.

BMW steuert auch in diesem Jahr auf einen Rekordabsatz und - bereinigt um einen Sondereffekt - auch auf einen Rekordgewinn zu. Bei der Umsatzrendite ist der Konzern aber hinter andere Premiumhersteller zurückgefallen.

Ende September hatte er daher ein neues Mittelfristziel ausgegeben. Demnach sollen bis 2012 sechs Mrd. Euro konzernweit eingespart werden. Die Umsatzrendite von zuletzt 5,3 Prozent soll auf acht bis zehn Prozent steigen. Erreicht werden sollte das ehrgeizige Programm durch Effizienzsteigerungen in der Produktion. Von Arbeitsplatzabbau war jedoch keine Rede.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie die Aktie reagierte.

„Die Arbeitsplätze in Deutschland sind trotz Effizienzsteigerungsprogramm auch in den nächsten Jahren sicher“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer noch Anfang Oktober im Handelsblatt-Interview. „Unsere Fabriken sind zu 100 Prozent ausgelastet und arbeiten wie ein Uhrwerk. Mancher Konkurrent beneidet uns darum.“

Die IG Metall nannte den angekündigten Stellenabbau bei BMW trotzdem „nicht überraschend“. Da BMW zudem im nächsten Jahr unter anderem beim 7er die Produktion umstelle, sei es nicht ungewöhnlich, dass die Zahl der Leiharbeiter reduziert werde.

Angesichts von Beschäftigungssicherungs-Vereinbarungen will BMW die Stellen sozialverträglich abbauen. Neben der Reduzierung der Zahl der Leiharbeiter ist unter anderem geplant, freiwerdende Stellen nicht neu zu besetzen. Zudem sollen Abfindungsangebote gemacht werden. Dennoch ist die Ankündigung für BMW ungewöhnlich. Jahrelang hatte der Konzern die Zahl der Beschäftigten stabil gehalten oder neue Stellen geschaffen.

BMW will in diesem Jahr den um einen Sondereffekt bereinigten Rekordgewinn des Vorjahres übertreffen. Dies bedeutet, dass der Konzern vor Steuern mindestens 3,75 Mrd. Euro verdienen will. Auch beim Absatz läuft es gut. In den ersten elf Monaten steigerte die Gruppe die Zahl der Auslieferungen um gut acht Prozent auf gut 1,3 Mill. Auslieferungen. Damit wurden fast so viele Autos verkauft wie im gesamten Vorjahr. Im Gesamtjahr werden Absatzrekorde bei allen drei Konzernmarken (BMW, Mini, Rolls-Royce) erwartet. Die Umsatzrendite vor Steuern lag aber zuletzt mit Werten unter sechs Prozent weit von den Zielen entfernt. Verantwortlich dafür waren unter anderem der starke Euro und die hohen Rohstoffpreise.

Der Kurs der BMW-Aktien stieg nach der Mitteilung bis zum späten Mittag um knapp 3,5 Prozent auf 41,82 Euro.

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