BMW-Zulieferer
SGL Group erwägt Stellenstreichungen

Ein übersättigter Markt, eine kriselnde Branche als Abnehmer, ein Minus, das weiter wächst. Die auf Graphitprodukte spezialisierte SGL Group muss sparen. Stellenstreichungen sind eine der möglichen Konsequenzen.

WiesbadenDer Kohlenstoffspezialist SGL Group muss wegen der anhaltenden Probleme im Geschäft mit Graphitelektroden an allen Ecken und Enden sparen. Im laufenden Jahr werden die Investitionen deutlich sinken, wie das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Begründet wurde dies allerdings auch damit, dass eine Vielzahl langfristiger Projekte abgeschlossen seien oder sich am Ende der Investitionsphase befinden.

Der Konzern, der wegen der Zulieferung zur Karosserie des BMW-Elektroautos i3 bekannt ist, steckt vor allem wegen der Überkapazitäten im Markt für Graphitelektroden seit Jahren in der Krise. Zudem leidet die Sparte unter der Schwäche der Stahlunternehmen, die zu den wichtigsten Abnehmern zählen.

In den ersten neun Monaten weitete sich das Minus unter dem Strich um 15 Prozent auf 105,6 Millionen Euro aus – damit steuert SGL auf das dritte Verlustjahr in Folge zu. Der Umsatz stagnierte trotz des schwachen Euro, der zu positiven Umrechnungseffekten führte, bei rund 988 Millionen Euro.

SGL hatte in dieser Woche bereits mitgeteilt, dass die Abspaltung des Geschäfts mit Graphitelektroden wegen der Probleme vorangetrieben wird. Zudem denkt der Vorstand über die Schließung von Standorten und weitere Stellenstreichungen nach. An SGL sind die Autobauer BMW und Volkswagen beteiligt, größter Anteilseigner ist die Milliardärin Susanne Klatten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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