Bochum stark betroffen
BP baut Stellen trotzt Milliarden-Gewinn ab

Die weltgrößten Ölkonzerne haben im dritten Quartal dieses Jahres dank der extrem hohen Rohstoffpreise Rekordgewinne verbucht. Der britische Ölkonzern BP will in Europa dennoch rund 2500 Stellen streichen. Auch deutsche Standorte sind davon betroffen.

HB BOCHUM/LONDON. Die Beschäftigten in Deutschland seien bereits am Donnerstag in Betriebsversammlungen über die geplanten Maßnahmen informiert worden, sagte ein BP-Sprecher am Freitag in Bochum. Informationen, nach denen allein in Deutschland rund 600 Beschäftigte von dem geplanten Stellenabbau betroffen seien, bezeichnete der Sprecher aber als „Spekulation“. Wie viele Jobs am Ende gestrichen würden, hänge auch von den laufenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab.

Betroffen seien vor allem die Bereiche Marketing und Vertrieb. Die Schließung von Tankstellen des deutschen Marktführers Aral sei nicht geplant. Einzelheiten, wie etwa der Zeitplan des vorgesehenen Abbaus, müssten nun in Gesprächen mit den Betriebsräten geklärt werden. Der vorgesehene Stellenabbau solle sozialverträglich erfolgen.

Nach einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ/Samstag) sollen nach Angaben aus Unternehmenskreisen allein in der Bochumer Hauptverwaltung 300 bis 400 Stellen gestrichen werden. Der Neubau der Zentrale solle Februar kommenden Jahres fertig sein und dann 1400 Mitarbeiter beherbergen. Michael Flegel, Betriebsratsvorsitzender der BP Oil Marketing, übte gegenüber der Zeitung scharfe Kritik an der Konzernleitung. Der Betriebsrat habe die geplanten Stellenstreichungen nicht akzeptiert. „Ein solcher Personalabbau würde unsere Marktposition schwächen“, sagte Flegel.

Europaweit beschäftigt BP in den Bereich Raffinerie und Marketing rund 28 000 Mitarbeiter, davon rund 6300 in Deutschland. Jeweils etwa die Hälfte davon entfielen auf den nicht von dem Abbau betroffenen Bereich Raffinerien (3200), sowie auf Marketing und Vertrieb (3100). Neben der Zentrale in Bochum sind auch Maßnahmen in anderen deutschen Standorten geplant.

Durch hohe Erträge vor allem bei den Raffinerien und im Petrochemiegeschäft hatte die deutsche Tochter des britischen Ölkonzerns im vergangenen Jahr einen Überschuss von rund 460 Mill. € erwirtschaftet. Die vorgesehenen Einsparungen erfolgten jedoch vor dem Hintergrund eines zunehmenden Preisdrucks in den Bereichen Marketing und Vertrieb, hieß es.

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