Boehringer Ingelheim Pharmakonzern bekommt weniger Geld für Sparte

Boehringer Ingelheim hat seine US-Generikasparte verkauft. Der Pharmakonzern sollte dafür eigentlich 2,65 Milliarden Dollar kassieren. Doch Hikma Pharmaceuticals zahlt nun doch nicht den vollen Preis.
Da das Boehringer-Geschäft mit Nachahmermedikamenten 2015 weniger Umsatz als angenommen gemacht hat, zahlt Hikma 535 Millionen Dollar weniger an das deutsche Unternehmen. Quelle: dpa
Boehringer in Ingelheim

Da das Boehringer-Geschäft mit Nachahmermedikamenten 2015 weniger Umsatz als angenommen gemacht hat, zahlt Hikma 535 Millionen Dollar weniger an das deutsche Unternehmen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim bekommt über eine halbe Milliarde Dollar weniger als ursprünglich vereinbart für den Verkauf seiner US-Generikasparte an den Arzneimittelhersteller Hikma Pharmaceuticals. Da das Boehringer-Geschäft mit Nachahmermedikamenten 2015 weniger Umsatz als angenommen gemacht habe, zahle Hikma 535 Millionen Dollar weniger an das deutsche Unternehmen, teilte Hikma am Mittwoch mit.

Boehringer Ingelheim bestätigte dies, wollte sich aber zum niedrigeren Verkaufspreis nicht äußern. Die Reduzierung betrifft nach Angaben von Hikma die Barkomponente des Kaufpreises von ursprünglich 1,18 Milliarden Dollar, der Aktienanteil bleibt unverändert.

Hikma und Boehringer hatten das Geschäft im vergangenen Juli vereinbart. Danach sollte die US-Generikasparte Roxane für 2,65 Milliarden Dollar an Hikma gehen und Boehringer sich im Gegenzug mit knapp 17 Prozent an dem Arzneimittelhersteller beteiligen.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Hikma war ursprünglich davon ausgegangen, dass sich der Zukauf bereits in diesem Jahr positiv auf den bereinigten Gewinn je Aktie auswirken wird und noch mehr in den Folgejahren. Von dieser Vorstellung muss sich der Vorstand nun verabschieden: 2016 werde die Übernahme den Gewinn je Aktie leicht verwässsern und sich erst im kommenden Jahr positiv auswirken. Zudem werde Roxane auch 2017 noch weniger Umsatz machen als ursprünglich angenommen. Hintergrund sind höher als erwartete Rabatte, die Roxane an Großhändler wegen des intensiven Wettbewerbdrucks in der Generikabranche gewährt. Bei Hikma-Anlegern kam das nicht gut an: Die an der Londoner Börse notierten Aktien verloren mehr als elf Prozent.

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