Boehringer Ingelheim
Pharmakonzern erwägt Verkauf von US-Generikasparte

Die Generika-Branche ist hart umkämpft und befindet sich im Umbruch. Boehringer Ingelheim erwägt, sich von seiner US-Generikasparte Roxane Labs zu trennen – hält sich derzeit aber noch alle Optionen offen.
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IngelheimSchwierigere Geschäfte in seinen wichtigsten Märkten USA und Japan haben beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim auf den Umsatz gedrückt. „Die Umsatzentwicklung stellt uns nicht zufrieden“, sagte Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung, bei Vorlage der Bilanz am Mittwoch in Ingelheim.

Die Erlöse des Konzerns gingen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2013 um 5,3 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zurück. Vor allem vom Gerinnungshemmer Pradaxa habe sich das Unternehmen mehr Umsatz gewünscht, sagte Barner.

Bei den Kosten habe der Konzern im vergangenen Jahr gegengesteuert. Das Betriebsergebnis blieb daher auf ähnlichem Niveau. Der Jahresüberschuss sank allerdings um 21 Prozent. An den Plänen, bis Ende 2016 rund 500 Stellen in Deutschland abzubauen, hält Boehringer fest.

Eine Entscheidung über eine mögliche Trennung von seiner US-Generikasparte hat Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern noch nicht getroffen. „Wir sind sorgfältig am Prüfen“, sagte Firmenchef Andreas Barner am Mittwoch zur Bilanzvorlage in Ingelheim.

Es sei klargeworden, dass Boehringer in der US-Generikasparte Roxane Labs „sicherlich nicht die kritische Masse“ habe. Sowohl ein Verkauf als auch eine Stärkung des Geschäfts seien möglich. „Wir sind mitten in der Arbeit, wir sehen noch nicht, in welche Richtung das gehen wird.“

Boehringer hatte zu Jahresbeginn bekanntgegeben, die Trennung von seiner US-Generikasparte zu erwägen. Strategische Optionen würden geprüft.

Roxane Labs entwickelt, produziert und vermarktet mit 1300 Mitarbeitern Boehringers Nachahmerpräparate und stellt auch einige patentgeschützte Medikamente her. Die wettbewerbsintensive Generika-Branche ist derzeit im Umbruch. Erst am Dienstag hatte die Ratiopharmmutter Teva erkärt, den US-Rivalen Mylan für 40 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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