Boehringer-Produkt: Diabetes-Mittel Trajenta wirkt nicht besser

Boehringer-ProduktDiabetes-Mittel Trajenta wirkt nicht besser

Boehringer muss seine Preisvorstellung für das Diabetes-Mittel Trajenta wohl aufgeben. Nach Prüfung habe sich Experten zufolge kein Zusatznutzen für Patienten gezeigt. Boehringer widerspricht dem Ergebnis.
  • 0

FrankfurtDer Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat voraussichtlich nur noch wenig Chancen, den gewünschten Preis für sein neues Diabetes-Mittel bei den Kassen durchzusetzen. Das Mittel Trajenta fiel auch bei einer erneuten Prüfung seiner Vorteile gegenüber älteren Präparaten durch.

Für die Tablette habe sich kein Zusatznutzen gegenüber Vergleichstherapien feststellen lassen, teilte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am Montag mit. Boehringer Ingelheim widersprach der Bewertung. Das Institut war bereits im Januar zu einem negativen Ergebnis gekommen.

Die Nutzenbewertungen des IQWiG haben erheblichen Einfluss auf die Erstattungspreise der gesetzlichen Kassen. Denn auf Grundlage der IQWiG-Prüfung fällt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ein Urteil über das Ausmaß des Zusatznutzens. Fällt ein Medikament dabei durch, darf der Erstattungspreis nur im Rahmen vergleichbarer älterer Medikamente liegen. Alle neu zugelassenen Medikamente müssen seit 2011 eine Nutzenprüfung durchlaufen.

Trajenta ist ein Medikament aus der Anfang 2011 besiegelten großen Diabetes-Allianz mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly. Die Tablette, die im August 2011 in der Europäischen Union zugelassen wurde, ist bereits weltweit in mehr als 30 Ländern auf dem Markt, darunter in den USA und in Japan. In Deutschland hat sie Boehringer wegen der Preisproblematik bislang nicht auf den Markt gebracht.

 

Kommentare zu " Boehringer-Produkt: Diabetes-Mittel Trajenta wirkt nicht besser"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote