Boeing 777X
Ein Riesenflieger für die Scheichs

Die neue 777X von Boeing bricht gleich zur Premiere alle Verkaufsrekorde. Mit ihrer hohen Reichweite kann sie vor allem die arabischen Airlines überzeugen. Doch der neue Riesenflieger könnte zu spät kommen.
  • 7

DüsseldorfErfolgreicher hätte die Premiere des neuen Langstreckenfliegers 777X auf der Dubai Air Show für Boeing kaum laufen können. Mit 259 Bestellungen mit einem Gesamtwert von 95 Milliarden Dollar (rund 70,4 Milliarden Euro) ist der neue zweistrahlige Jet der erfolgreichste Produktstart in der kommerziellen Luftfahrt. Ein Erfolg, der kalkuliert ist. Der Ort für den ersten Auftritt des Riesenfliegers wurde bewusst gewählt.

Der zweistrahlige Jet ist das Ergebnis einer langjährigen Entwicklungsarbeit, die sich vor allem an den Vorgaben der arabischen Fluggesellschaften orientierte. Emirates, Etihad und Qatar brauchen dringend große Passagierflieger mit großen Reichweiten, um von ihren Knotenpunkten Dubai und Abu Dhabi die ganze Welt anzusteuern.

Attribute, die die 777X wie kaum ein anderer Flieger erfüllt. So soll die 777X an den Erfolg des Vorgängermodells anknüpfen, das mit rund 100 Stück produzierten Flugzeugen pro Jahr zu den Umsatztreibern des Konzern gehört. Doch bisher sind die größeren Varianten der 777 vor allem im Frachtbereich unterwegs. Die überarbeitete 777X soll das ändern.

Allein die Ausmaße des Riesenfliegers sind beeindruckend: In der Luft spannen sich die Karbonflügel der 777X auf 71,1 Meter, am Boden lassen sie sich auf 64,8 Meter zusammenfalten. Damit ist der Jumbo sogar größer als die Boeing 787 Dreamliner. Dank der einklappbaren Flügelspitzen kann sie aber überall dort geparkt werden, wo auch die Vorgängerversion Platz fand.

Der Verbrauch soll im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent sinken. So kommt die neue Boeing 777-8X (Listenpreis: 349,8 Millionen Dollar) mit 350 Passagieren auf eine Reichweite von bis zu 17.220 Kilometer – das reicht für einen Direktflug von Düsseldorf nach Sydney. Selbst die größere Variante, der 777-9X (Listenpreis: 377,2 Millionen Dollar) kann 400 Passagiere bis zu 15.185 Kilometer weit fliegen.

Mit Etihad (25 bestellte Flugzeuge), Qatar (50 bestellte Flugzeuge) und Emirates (150 bestellte Flugzeuge) kommen die größten Kunden aus Fernost. Selbst bei der Entwicklung der Triebwerke sollen die Araber darum ein Wörtchen mitgeredet haben, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf interne Quellen. Zwar verbrauchen die GE9X-Triebwerke der Luftfahrtsparte von General Electric rund zehn Prozent weniger als beim Vorgängermodell. Doch sie sollen auf Wunsch von Emirates auf mehr Leistung getrimmt worden sein – zulasten eines höheren Gewichts.

Für die Araber ist die Leistung der Triebwerke von entscheidender Bedeutung. Die hohen Temperaturen in den Wüstenstaaten sorgen für eine geringere Luftdichte, weshalb Flugzeuge mehr Power, mehr Flügelspannweite oder längere Landebahnen brauchen, um abzuheben. Die 777X erfüllt damit alle Voraussetzungen, ein Verkaufserfolg zu werden.

Seite 1:

Ein Riesenflieger für die Scheichs

Seite 2:

Airbus hält dagegen

Kommentare zu " Boeing 777X: Ein Riesenflieger für die Scheichs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wissen Sie, Freund Hobby-Freud, wegen einem Komma rege ich mich nicht auf. Offenbar ist die Generation Doof auf ihre Nicht-Bildung auch noch stolz. Ist zum Wissen ja nie weiter als bis zur wikipedia im Smartphone.

    Wissen Sie, wer die ganzen Informationen da sammelt, redigiert und gegen Vandalen und Trolle verteidigt? Sichter (und davon gibt es einige) und Autoren wie ich.

    Mein Einwurf an das Handelsblatt ist zwar in der Sache scharf, in der Form aber korrekt. Was das ist, geht diesen achtelgebildeten Billigredakteuren, die entweder Freelancer sind oder bald werden (damit verbunden ist eine recht heftige Unsicherheit in der Lebensplanung!) über den Horizont.

    Ich lese seit über 30 Jahren HB und habe den Abstieg von einer echten Qualitätszeitung zu einem Niveau, das man vor 30 Jahren Lokalblättchen konzediert hat, mit einigen Tränen im Knopfloch verfolgt.

    Es ist aber immer noch bequemer, den Boten für die Nachricht zu schlagen als etwas an den Zuständen zu ändern.
    Manche Sachen ändern sich dann doch nicht.

    Scheinbar bin ich mit meinem sauren Aufstoßen auch nicht allein. Was sich IT- und Marketingfuzzis so alles ausdenken…
    Irgendwo las ich mal einen Komik, in dem solche Vergehen mit Fesseln an einen Stuhl, zwangsweise geöffneten Augen, Projektion des Mistes auf einen Großbildschirm direkt vor der Nase und Zwangsfütterung mit Popcorn geahndet wurde.

    War das die Clockwork Orange-Parodie im MAD? Kann man ja mal recherchieren…

    Übrigens: Ingenius, dass mit der doppelten Vercodung kann auch an der Apfelfirma liegen. Die will doch immer ganz genau wissen, was der Nutzer so treibt.
    Bei mir klappt es meist auf den 1. Hieb.

  • Toll, dass FreundHein nie Fehler macht. Aber es ist einsam um ihn herum, weil niemand an seinen überragenden Perfektionismus heranreicht.
    Menschen mit Fehlern sind mir sympathisch, weil sie ehrlich sind. Solche Menschen habe ich gerne um mich.

    Andreas Folkmann

  • An dieser Stelle erlaube ich mir mal, einen Hinweis, für die Handelsblatt-Redaktion einzubringen.
    Ich schreibe Kommentare grundsätzlich mit einen Tablett-PC.
    Da ich nicht mehr der jüngste bin, ziehe ich den Text der Lesbarkeit wegen grösser und dabei komme ich häufig in Konflikt mit Ihrer seit kurzem implementierten, schwimmenden Topnews Box, die sich mitunter fest über der Textbox installiert, so dass ich blind schreiben oder die wild auf andere Seitenbereiche tappen muss, his sie einstweilen wieder verschwindet.
    Wo ich schon grade dabei bin Verbesserungsvorschläge zu machen, noch zwei kleine Meckereien.

    Mit meinem Ipad, egal ob mit dem 2er oder 3er kann ich nicht Ihre Einlogfunktion nutzen, statt Name und Passwort eingeben zu können, geht der Tap durch das Sichtbare Einlogfeld hindurch und löst den darunter liegenden Link aus und zwar immer.

    Letzter Punkt; die Eingabe des Codes nuss grundsätzlich zweimal gemacht werden, auch wenn schon die 1. Eingabe mit hundertprozentiger Sicherheit richtig war, muss man dann den nächsten Code nochmal eingeben, um Erfolg zu haben.
    Da das immer so ist, bestätige ich beim 1. Code einfach das lehre Feld, so spar ich mir die Doppelte Arbeit, doch ist so etwas nicht, es wäre schön, wenn man die genannten Punkte ändern könnte.

    Sie werden wahrscheinlich bald diesen Text herausnehmen, da er nicht dem Thema entspricht und ggf. auf eine geeignete Email-Adresse verweisen, hierzu möchte ich kundtun, da kann man sich die Finder wund schreiben, da anscheind alles im Orkus landet.
    Keine Antwort, keine Änderung.

    Es grüßt freundlich Ingenius.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%