Boeing 787
Dreamliner warten auf Abholung

Zwei nagelneue Boeing-Dreamliner warten in Seattle auf Abholung. Doch die Finanzierung ist geplatzt, weil die Exportbank der USA handlungsunfähig ist. Das könnte noch zum Problem für viele große US-Konzerne werden.

SeattleZwei fabrikneue Exemplare des Langstreckenfliegers Boeing 787 Dreamliner sind derzeit vor einem Fabrikgebäude von Boeing in Seattle geparkt. Eigentlich sollten sie längst an den Kunden Kenya Airways ausgeliefert sein. Doch die Finanzierung ist bis auf weiteres geplatzt. Die Exportbank der USA ist nach Informationen von Bloomberg News derzeit nicht in der Lage, die Finanzierungslücke zu schließen.

Boeing, der Flugzeugfinanzier Aviation Finance und die African Export-Import Bank arbeiten laut zwei mit den Vorgängen befassten Personen weiter an einer Finanzierung für die in Turbulenzen geratene kenianische Fluggesellschaft. Laut Listenpreisen sind die beiden Flugzeuge etwa 450 Millionen Dollar wert, rund 400 Millionen Euro. In der Branche werden aber üblicherweise größere Rabatte eingeräumt.

Es handelt sich um die ersten beiden Boeing-Maschinen, deren Finanzierung nicht gewährleistet ist, weil die auf die Exportfinanzierung spezialisierte Bank handlungsunfähig ist. Traditionell dient sie ihre Hilfe solchen Kunden an, die auf dem freien Kreditmarkt schwer Kredite erhalten würden. Die Exportkreditgarantien werden nicht mehr vergeben, seitdem im Juni die Charta für die Bank auslief und nicht erneuert wurde. Kongressabgeordnete hatten ihr Geschäftsmodell als „Vetternwirtschaft“ kritisiert. Nun hat mit Boeing ein bedeutender Exporteur das Problem.

„Boeing fehlt damit im Umgang mit Kunden mit einem höheren Kreditrisiko definitiv ein Pfeil im Köcher“, stellt Luftfahrtanalyst George Ferguson von Bloomberg Intelligence fest. Konkurrent Airbus erhalte einen Wettbewerbsvorteil, denn ihm stünden vergleichbare Möglichkeiten zur Finanzierung von Exporten unverändert zur Verfügung.

Weder Kenya Airways noch Boeing wollten sich auf Nachfrage näher zum Stand der Verhandlungen äußern. Boeing-Sprecher Doug Alder signalisierte eine „enge Zusammenarbeit“ mit dem Kunden. Der Vorstandsvorsitzende Mbuvi Ngunze von Kenya Airways kündigte eine Erklärung an, sobald die Konditionen geklärt seien.

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