Boeing 787
Endlose Pannenserie beim Airbus-Kontrahenten

Rauch in der Kabine hat eine Boeing 787 am Dienstag bei einem Testflug in Laredo im US-Bundesstaat Texas zu einer Notlandung gezwungen. Aufgrund eines Feuers in der Elektronik waren einige Anzeigen und Instrumente im Cockpit des Dreamliners ausgefallen.
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DÜSSELDORF. Die Piloten mussten den Jet auf Sicht landen. Die etwa 40-köpfige Besatzung verließ die Maschine über Notrutschen. Eine Sprecherin des Airbus-Rivalen wollte sich nicht dazu äußern, ob der Vorfall die Auslieferung des ersten Dreamliners weiter verzögern könnte. Weitere Testflüge wurden aber ausgesetzt.

Boeing macht seine Zukunft von dem mittelgroßen Flugzeug abhängig. Es ist das erste neue Modell seit mehr als zehn Jahren. Das Dreamliner-Programm war im April 2004 gestartet worden. Inzwischen hinkt der Konzern mit der Auslieferung des Flugzeugs fast drei Jahre hinterher.

Laut ursprünglichem Zeitplan hätte das erste Flugzeug im ersten Halbjahr 2008 an die japanische All Nippon Airways (ANA) ausgeliefert werden sollen. Die 787 konnte jedoch erst im Dezember vergangenen Jahres zu ihrem Jungfernflug abheben. Für Boeing ist die Maschine, die Platz für 330 Passagiere bietet, Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich.

Dank einer neuartigen Konstruktion aus leichten Verbundmaterialien erhoffen sich Boeing und die von hohen Spritpreisen geplagten Airlines Treibstoffeinsparungen von bis zu 20 Prozent auf Langstrecken.

Gerade die neuen Materialien machten aber von Anfang an Probleme. Der jüngste Vorfall ist Teil einer ganzen Serie von Verzögerungen: Lieferschwierigkeiten bei Rolls Royce, Schlampereien beim italienischen Zulieferer, zeitaufwendige Sonderwünsche der Kunden und Probleme mit Material und Technik. Zwischenzeitlich schien sogar das ganze Projekt auf der Kippe zu stehen. Nun soll laut Boeing der erste Dreamliner im Februar 2011 an die All Nippon Airways ausgeliefert werden.

Die Verspätungen im 787-Programm haben Boeing bereits Milliarden von Dollar gekostet. Etliche Fluggesellschaften haben wegen der Pannenserie bereits ihre Bestellungen storniert. Andere verlangten Schadenersatz für die lange Wartezeit.

In der vergangenen Woche berichtete das Fachblatt "Aviation Week" unter Berufung auf Branchenkreise von noch längeren Wartezeiten für einige Kunden.

Bislang sind 847 Dreamliner verkauft; seit dem Sommer kam kein neuer Auftrag hinzu. Von den Maschinen gehen 15 an Air Berlin - ursprünglich bestellt waren 25.

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