Boeing bei Auslieferungen vorn
Der Rekord reicht Airbus nicht

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat im vergangenen Jahr so viele Flugzeuge wie nie zuvor ausgeliefert. Doch das reicht nicht: Boeing gewinnt das Duell der Luftfahrt-Riesen 2013. Airbus steht unter Druck.
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Toulouse„Sie müssen schon ganz genau hinschauen, um zu sehen, welcher Balken höher ist“, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy. Ja, das Rennen war knapp zwischen dem europäischen Flugzeugbauer und seinem US-Konkurrenten Boeing. Aber trotz Leahys Hinweis entging niemanden bei der Jahrespressekonferenz in Toulouse, wer am Ende vorne lag: Boeing hat die Spitze verteidigt, die Amerikaner lieferten im vergangenen Jahr 22 Flugzeuge mehr aus als die Europäer.

Und das, obwohl Airbus 2013 mit neuen Produktionsrekorden abgeschlossen hat. Der Flugzeughersteller überstellte den Airlines mit 626 Jets so viele Maschinen wie noch nie in der Geschichte des seit 1969 produzierenden Unternehmens. Im Jahr zuvor waren noch 588 Jets an die Kunden übergeben worden.

Boeing hatte in der vergangenen Woche ebenfalls eine Rekordzahl präsentiert: Der US-Hersteller lieferte 648 Verkehrsmaschinen aus und verteidigt damit Platz eins unter den Flugzeugbauern. Bis 2011 hielten die Europäer jahrelang den Auslieferungsrekord, 2012 übernahmen die Amerikaner wieder die Führung.

Doch Airbus kann die Niederlage sicherlich verkraften, denn bei den Bestellungen liegt der europäische Konzern vor Boeing. Auch hier konnte Airbus einen neuen Rekord landen: Internationale Fluggesellschaften orderten 2013 zusammen 1619 Flieger zum Listenpreis von zusammen 176 Milliarden Euro. Das sind elf Maschinen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2011.

„Das war ein sehr erfolgreiches Jahr“, kommentierte Fabrice Brégier, Chef der Flugzeugbausparte, die Zahlen am Montag in Toulouse. „Der Markt ist gut, die Orders sind gut.“ Unter Berücksichtigung der Abbestellungen blieben 1503 Orders für 2013. Boeing konnte 1531 Bestellungen verbuchen, nach Abzug der Stornierungen waren es noch 1355.

Zu den Erwartungen für das aktuelle Jahr wollten Brégier und Airbus-Verkaufschef John Leahy noch keine konkreten Angaben machen. Die Zahl der Auslieferungen solle mindestens bei der Vorjahreszahl liegen. 2013 hatten die Manager zunächst 700 Jets als Ziel genannt und diese Zahl bis zum Jahresende stetig nach oben geschraubt.

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