Boeing
Neue Panne beim „Dreamliner“

Nächster Rückschlag für Flugzeughersteller Boeing bei der Produktion des „Dreamliners“: Nach dem Brand bei einem Testflugzeug verschiebt sich die Auslieferung des neuen Langstreckenflugzeugs 787 erneut. Die Probleme seien aber identifiziert.
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MÜNCHEN. Zur Schonung des Aktienkurses kam die Nachricht an Thanksgiving: Der Flugzeughersteller Boeing wird den Auslieferungsplan für das neue Langstreckenflugzeug 787 erneut strecken. Zudem wird Boeing "kleinere Konstruktionsänderungen" in der Elektrizitätsversorgung des "Dreamliners" vornehmen, erklärte das Unternehmen am frühen Donnerstag.

Am 9. November musste ein Testflugzeug in Texas notlanden, nachdem ein Kurzschluss an Bord einen Brand ausgelöst hatte. Man habe die Ursache des Problems jetzt identifiziert, teilte Boeing mit. Die sechs Maschinen der Testflotte müssen aber so lange am Boden bleiben, bis auch die amerikanische Flugaufsicht grünes Licht für neue Testflüge gibt.

Damit gerät Boeing weiter in Zeitverzug mit dem Hochlauf der Serienfertigung. Bislang sind bereits zwei Dutzend Maschinen produziert, die jetzt aber nachträglich modifiziert werden müssen. Solche Änderungen gelten in der Luftfahrtbranche aber als extrem komplex und teuer. Das Unternehmen kündigte an, in den kommenden Wochen einen überarbeiteten Plan vorzulegen. Ursprünglich wollte Boeing den ersten "Dreamliner" im ersten Quartal 2011 an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airlines übergeben. Insgesamt sollten im kommenden Jahr 22 Maschinen ausgeliefert werden und die Produktion bis 2013 auf zehn "Dreamliner" pro Monat gesteigert werden. Der Druck auf die Verantwortlichen ist immens. Boeing hat 843 feste Bestellungen für das Flugzeug und vertröstet nach zahlreichen Pannen seine Kundschaft seit dem Frühjahr 2008 mit der Erstauslieferung.

Die Probleme mit der Maschine rühren vor allem aus den zahlreichen Innovationen, die Boeing seinen Kunden versprochen hat. So ist der Rumpf des "Dreamliners" überwiegend aus Kohlefaser, welche die Maschine leichter und effizienter machen soll.

Zudem verfügt der "Dreamliner" über völlig neue elektronische Systeme, die Bordfunktionen und Unterhaltungssysteme miteinander verschränken. Anders als bei früheren Programmen sind die Zulieferer tief in Entwicklung und Produktion eingebunden. fas

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