Boeing rechnet nicht mit Markterfolg des Airbus A380
Fluggesellschaften bevorzugen gemischte Flotte

Als der erste Airbus 1972 abhob, dominierte der US-Konzern Boeing den Weltmarkt bei Zivilflugzeugen. Dieses Bild hat sich deutlich geändert: Airbus machte den Amerikanern im Laufe der Zeit ernstzunehmende Konkurrenz.

HB HAMBURG. Als der erste Airbus 1972 abhob, herrschte in der Luftfahrtbranche vielfach ein klares Weltbild: „If it's not a Boeing, I'm not going“ („Wenn es keine Boeing ist, steige ich nicht ein“). Der US-Konzern dominierte mit seiner Familie aus Boeing 707, 727, 737 und 747 den Weltmarkt bei Zivilflugzeugen, Firmen wie McDonnell Douglas, British Aerospace oder Aerospatiale konnten vor allem Nischen besetzen.

Dieses Bild hat sich deutlich gewandelt: Airbus machte mit seinen Modellreihen A300, A320 sowie A330/340 den Amerikanern in den vergangenen 30 Jahren immer mehr Konkurrenz. 5200 Jets des europäischen Konzerns wurden bestellt, rund 3800 bisher ausgeliefert. Bei Bestellungen und Auslieferungen halten Airbus und Boeing inzwischen einen Marktanteil von jeweils rund 50 Prozent. Der Konkurrenzkampf ist auch auf die wirtschafspolitische Ebene eskaliert, bis hin zu Vorwürfen des Subventionsmissbrauchs.

Boeing rechnet nicht mit einem Markterfolg des Airbus A380. Das Unternehmen erwartet in den kommenden Jahren vor allem Wachstum bei Direktverbindungen und nicht auf Strecken zwischen großen Drehkreuzen. Das bedeutet: Bedarf für kleinere Flugzeuge. Airbus kontert dagegen stets: „Der A380 wird ein sehr profitables Programm.“

Die Flottenpolitik der Fluggesellschaften erlaubt einen neutraleren Blick auf die Markttrends als Marketingkampagnen der Hersteller: Bei großen Airlines wie Lufthansa, Singapore Airlines oder Emirates geht die Entwicklung seit langem zu gemischten Flotten. Die Firmen wollen sich nicht von einem Hersteller abhängig machen. So zählt Air France bei allem Patriotismus für den deutsch- französischen Airbus zu den besten Kunden für die Boeing 777. Die Langstreckenflotte besteht nach Angaben des Unternehmens aus 35 Maschinen vom Ty A330 und A340, 23 Boeing 747 und 31 Boeing 777. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Lufthansa-Konzern. Für Kurz- und Mittelstrecken sind Boeing 737 und die A320-Baureihe im Einsatz. Auf Langstrecken fliegen Airbus A330 und A340 sowie Boeing 747. Mit der Einführung des neuen Airbus A380 und weiterer Airbus A340-600 bekommt die 747 bei der Lufthansa zwar kräftig Konkurrenz. Andererseits steht mittelfristig die Ablösung der A340-300 vom Anfang der 90er Jahre an. In diesem Marktsegment für 200 bis 300 Sitzer kann Boeing jetzt zahlreiche Bestellungen für seine neue 787 verzeichnen und es ist offen, wie in diesem Bereich der Wettbewerb mit dem A350 ausgeht, der bereits in der Entwicklung ist.

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