Boeing-Zwischenfall
„Dreamliner“-Funksender möglicherweise für Brand verantwortlich

Die Boeing-Aktie gehörte am Montag zu den Gewinnern des Tages. Teile der Verluste durch den Brand am Freitag konnten wettgemacht werden. Nun gibt es auch neue Hinweise auf die Ursache des Zwischenfalles.
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New YorkAuf der Suche nach der Brandursache an Bord eines Boeing -787-Dreamliner in London konzentrieren sich die Untersuchungen Kreisen zufolge auf ein Gerät des US-Konzerns Honeywell.

Im Fokus sei eine im hinteren Flugzeugrumpf eingebaute Notfunkbake, sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Person am Montag. Der Funksender, ein sogenannter „Emergency Locator Transmitter“ (ELT), soll in Notfällen zur Ortung des Flugzeugs dienen.
Honeywell wurde nach eigenen Angaben zur Mitarbeit bei den Ermittlungen in London aufgefordert. Es sei aber noch zu früh, um über eine Brandursache zu spekulieren. Boeing lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Notfunkbake werde mit einer Lithium-Mangan-Batterie betrieben, sagte der Insider weiter. Dies dürfte Befürchtungen mildern, dass Boeing erneut Probleme mit den im „Dreamliner“ eingebauten Lithium-Ionen-Batterien haben könnte.

Mehrere Zwischenfälle aufgrund dieser Schwierigkeiten hatten dem Erzrivalen von Airbus eine dreimonatige Zwangspause für seinen Prestigeflieger eingebrockt. Die britische Verkehrsbehörde AAIB hatte bereits am Wochenende erklärt, der Brand der 787 auf dem Flughafen Heathrow sei nicht durch die Batterien verursacht worden. Dafür liege der Brandherd auf dem hinteren Teil des Flugzeugdachs zu weit von den Batterien entfernt, die sich in der Nähe des Cockpits und in der Mitte des Jets befinden. Nach den Batteriebränden vom Jahresbeginn hatte die ganze „Dreamliner“-Flotte drei Monate am Boden bleiben müssen. Schließlich baute Boeing die Batterien um.

Die parkende Maschine der Ethiopian Airlines hatte am Freitagnachmittag Feuer gefangen. Die Aktie verlor daraufhin am Freitag zeitweise sieben Prozent und schloss mit einem Minus von fünf Prozent. Nachdem sich die Befürchtungen, dass schon wieder die Batterien Probleme machten, zerstreut waren, erholte sich die Aktie am Montag und gehörte mit einem Plus von 3,7 Prozent zu den Gewinnern des Tages.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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