Börsen-Rückkehr
GM will so teuer sein wie Ford – mindestens

Die Börsenpläne des Opel-Mutterkonzerns General Motors gehen in die heiße Phase. Der verstaatlichte Autobauer aus Detroit strebt einen Emissionserlös von rund 10 Mrd. Dollar und eine Marktkapitalisierung zum Börsenstart von rund 50 Mrd. Dollar an. Die Bewertung läge damit auf dem Niveau des Rivalen Ford. Das reicht nicht aus, um die US-Regierung vor Verlusten zu schützen.
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HB/ebe DETROIT. Der US-Autobauer General Motors (GM) wird bei der Rückkehr an die Börse Stammaktien im Wert von rund zehn Mrd. Dollar ausgeben und damit weniger als zuletzt erhofft. Darüber hinaus wolle die derzeit verstaatlichte Opel-Mutter Vorzugsaktien im Volumen von drei Mrd. Dollar verkaufen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus mit der Sache vertrauten Kreisen. Die Unterlagen für das IPO werde GM wohl am Dienstag einreichen. Der Konzern werde 365 Millionen Stammaktien in einer Preisspanne zwischen 26 und 29 Dollar je Wertpapier anbieten. An vier oder fünf ausländische Staatsfonds solle ein Aktienpaket im Wert von insgesamt 1,5 bis zwei Mrd. Dollar veräußert werden.

Der Anteil der US-Regierung an GM würde damit auf 43,3 von bislang 60,8 Prozent sinken, verlautete weiter aus den Kreisen. Der Ausgabepreis für die Aktien wird demnach voraussichtlich am 17. November festgesetzt. Erster Handelstag der Papiere an den Börsen in New York und Toronto solle der 18. November sein. Mit der Vermarktung der Aktien werde GM bereits am Mittwoch beginnen. Der geplante Börsenerlös von rund zehn Mrd. Dollar liegt deutlich unter früheren Erwartungen. Zwischenzeitlich hatten Optimisten von einem bis zu 20 Mrd. Dollar teuren IPO geträumt, der die ungeliebte Staatsbeteiligung bei GM viel deutlicher hätte reduzieren können.

Unter Experten ist vor allem die Höhe der Bewertung von GM umstritten. Sie müsste bei 70 Mrd. Dollar liegen, wenn die US-Regierung ihre gesamte Investition in GM-Anteile im Umfang von 49,5 Mrd. Dollar zurückbekommen will. Die Regierungen der USA und Kanadas hatten GM im vergangenen Jahr vor dem Aus gerettet und halten seither die Mehrheit an der einstigen Industrie-Ikone. Die US-Regierung erhielt 61 Prozent der Anteile, Kanada bekam knapp zwölf Prozent. Weitere 17,5 Prozent gingen an die Automobilgewerkschaft UAW im Gegenzug für einen Verzicht auf Sozialleistungen.

Der einstige Weltmarktführer hat bereits vor einigen Tagen als Ziel des Börsengangs erklärt, sich mit den Einnahmen aus der Umklammerung durch den US-Staat zu lösen und seine Bilanz zu bereinigen. „Das wird unseren Fremdfinanzierungsgrad um elf Milliarden Dollar senken und unsere finanzielle Lage gegenüber den Pensionskassen verbessern“, sagte Finanzchef Chris Lidell. Nach dem Börsengang zahlt der Autobauer 2,8 Mrd. Dollar an einen Pensionsfonds der UAW zurück. Weitere rund vier Milliarden in bar sowie zwei Milliarden in Form von Vorzugsaktien sollen an einen Pensionsfonds für Teilzeitbeschäftigte und Festangestellte gehen. Dadurch wird der Konzern schätzungsweise 500 Mio. Dollar jährlich an Zinsen sparen. Der Konzern ist mit etwa 27 Mrd. Dollar im Rückstand mit Zahlungen an Pensionsfonds. Die Forderungen blieben von der Blitzinsolvenz im vergangenen Jahr unberührt. Im Zuge der Sanierung war GM von der New Yorker Börse genommen worden.

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