Börsenaufsicht ebnet Weg für feindliche Offerte: Sanofi nimmt erste Hürde in Übernahmeschlacht um Aventis

Börsenaufsicht ebnet Weg für feindliche Offerte
Sanofi nimmt erste Hürde in Übernahmeschlacht um Aventis

Die französische Börsenaufsicht AMF hat dem französischen Pharmakonzern Sanofi-Synthelabo grünes Licht für die Abgabe eines Angebots für den deutsch-französischen Konkurrenten Aventis gegeben. Die Einzelheiten der feindlichen Offerte für den fast doppelt so großen Rivalen sollen am Montag bekannt gegeben werden.

HB PARIS. Damit sei der Weg frei, um den Aventis-Aktionären ein formelles Kaufangebot für deren Anteile vorzulegen, teilte Sanofi am Donnerstag mit. Nach der Vorlage des Angebots am Montag laufe dann das Angebot ab Dienstag. Aventis hat nach der Veröffentlichung der Angebotsbedingungen fünf Werktage Zeit, mögliche Abwehrmaßnahmen bekannt zu geben. Der Konzern wird aber nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen nach Prüfung des Sanofi Jahresergebnisses in der kommenden Woche sein Verteidigungs-Dokument vorlegen.

Sanofi will seinen Geschäftsbericht für 2003 am 16. Februar veröffentlichen. Aventis werde das Verteidigungsdokument vermutlich nutzen, um die Ablehnung der Offerte zu erneuern, hieß es aus den Kreisen. Das Aventis-Management hat bereits mehrfach die milliardenschwere feindliche Offerte als zu niedrig zurückgewiesen. Zugleich ließ Aventis die Tür für ein freundliches Gegenangebot eines sogenannten „weißen Ritters“ offen, bislang ohne Erfolg. Der britische Konkurrent GlaxoSmithKline zeigte sich am Donnerstag ebenso wenig interessiert, wie zuvor schon die Pharmakonzerne AstraZeneca und Roche.

Sanofi hatte Ende Januar eine Übernahmeofferte im Volumen von rund 48 Mrd. € für den - gemessen am Umsatz - etwa doppelt so großen Konkurrenten vorgelegt. Das Management der erst 1999 aus der Fusion zwischen Rhone-Poulenc und Hoechst entstandenen Aventis hat die Offerte aber als zu niedrig zurückgewiesen. Bei einem Zusammenschluss der beiden größten Arzneimittelfirmen Frankreichs entstünde ein Pharmariese, der weltweit Rang Drei der Branche belegen würde.

Nach einem französischen Medienbericht haben die Finanzinstitute BNP Paribas und Merrill Lynch Sanofi-Chef Jean-Francois Dehecq einen Kredit von zwölf Mrd. € zugesagt, der dem Pharmakonzern bei seiner Übernahmeofferte für Aventis helfen soll. Die Zeitung „La Tribune“ berichtete am Donnerstag, acht Mrd. davon entfielen auf BNP Paribas, vier Mrd. € übernehme die US-Investmentbank. Die Konsortialführer würden wahrscheinlich versuchen, weitere sechs bis acht Garantiebanken zu gewinnen, hieß es in dem Bericht. Darunter seien HSBC-CFF, die Royal Bank of Scotland und Calyon Corporate, die zur Credit Lyonnais gehört.

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