Börsengang ab 2006 geplant
Gardena ist bescheidener geworden

Europas führender Gartengeräte-Hersteller Gardena peilt für das laufende Geschäftsjahr 2003/04 eine Umsatzsteigerung von rund drei Prozent an, ist von den hoch fliegenden Expansionsplänen seines früheren Vorstandschefs jedoch abgerückt. Am geplanten Börsengang wird aber festgehalten.

HB STUTTGART. Das Ulmer Unternehmen wolle seine gewohnten Umsatzrenditen von zehn bis zwölf Prozent wieder erreichen, sagte Finanzchef Erich Schefold am Freitag. „Gute Ergebnisse sind Voraussetzung, um hoch fliegende Pläne gestalten zu können“, betonte er. Gardena wolle kein Wachstum um jeden Preis. Im laufenden Geschäftsjahr soll die Rendite vor Steuern und Zinsen auf 7,7 (Vorjahr 6,8) Prozent geschraubt werden, 2004/05 (30. September) könne Gardena nahe an die zehn Prozent heran kommen. Durch eine Betriebsvereinbarung mit unbezahlter Mehrarbeit könne der Stellenabbau auf rund 100 - davon 60 in Deutschland - von 2900 Arbeitsplätzen beschränkt werden.

Vorstandschef Wolfgang Jahrreiss war im Januar im Streit mit dem Finanzinvestor Industri Kapital über seine ehrgeizige Wachstumsstrategie ausgeschieden. Der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Friedrich Böbel rückte nun von den Plänen des früheren Vorstandschefs ab: „Zurückgefahren werden Aufwendungen, die auf eine Mehrmarkenstrategie und aggressive Realisierung einer globalen Marktführerschaft abzielen.“ Gardena setze vielmehr auf Produktinnovationen, sagte Schefold. In Kürze soll ein eigener Rasenmäher vorgestellt werden.

2003/04 wolle Gardena das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf rund 35 von etwa 30 Mill. € verbessern, sagte Schefold. Der Umsatz soll um etwa drei Prozent wachsen. 2002/03 hatte das Unternehmen von dem heißen Sommer profitiert und den Umsatz um elf Prozent auf 440,3 Mill. € ausgebaut.

Nach der Übernahme durch den schwedischen Finanzinvestor Industri Kapital war Gardena 2002 von der Börse genommen worden, sollte aber später dorthin zurückkehren. An diesem Ziel habe sich nichts geändert. „Wir denken aber eher an die untere Zeitkante“, sagte Schefold. Damit wäre der Börsengang von 2006 an denkbar.

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