Börsengang der Chemie-Sparte mögliche Option
Bayer steht vor der Aufspaltung

Der Chemie- und Pharmariese Bayer plant einen radikalen Umbau. Der Leverkusener Konzern bereitet den Rückzug aus dem Chemiegeschäft vor und will sich außerdem von Teilen seiner Kunststoffaktivitäten trennen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen und aus Kreisen des Unternehmens. Bereits am Samstag will sich der Aufsichtsrat des Unternehmens auf einer außerordentlichen Sitzung mit dem Strategiewechsel befassen.

shf/rob/bef/oli DÜSSELDORF. Der Konzern erwäge, sein Chemiekaliengeschäft komplett zu veräußern oder an die Börse zu bringen, hieß es. Außerdem solle etwa ein Drittel der Polymersparte verkauft werden. Verschiedene Beteiligungsgesellschaften zeigten daran Interesse. Ein Sprecher des Unternehmens wollte diese Angaben am Donnerstag weder bestätigen noch dementieren.

Nach Informationen aus Bankenkreisen könnte Bayer mit den Verkäufen im Kunststoffbereich einen Preis von etwa 1 Mrd. Euro erzielen. Ein Börsengang der Chemiesparte gilt als äußert schwierig. Aber auch ein Verkauf dürfte nicht einfach werden, glauben Branchenkenner. Als einziger potenzieller Interessent aus der Chemiebranche gilt die Degussa AG, die jedoch selbst mit Ertragsproblemen kämpft.

Unter den Bayer-Beschäftigten sorgte die Nachricht von den geplanten Verkäufen für Unruhe. Man warte auf konkrete Informationen, sagte ein Mitarbeiter des Betriebsrates. Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter will Konzernchef Werner Wenning die Belegschaft am Montag informieren. Die Sitzung des Aufsichtsrats hat Freitag mittag begonnen.

Wenn das Management um Bayer-Chef Werner Wenning die Pläne durchsetzt, wird sich der Leverkusener Konzern von einem seiner traditionsreichsten Geschäfte verabschieden. Die Chemiesparte ist zwar die kleinste der vier Säulen von Bayer, gehört aber zum angestammten Geschäft.

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