Börsengang für Sparte Material Science
Bayer verabschiedet sich vom Plastik

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer trennt sich von der Kunststoffsparte Material Science. Unter einem neuem Namen soll das Plastikgeschäft bis 2016 an die Börse gebracht werden. Zwei Bereiche bleiben Bayer erhalten.
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LeverkusenBayer will seine Kunststoff-Sparte Material Science an die Börse bringen und sich so von dem Unternehmensteil trennen. Der Konzern werde sich künftig auf die Bereiche Pharma und Agrarchemie fokussieren, teilte das Leverkusener Unternehmen am Donnerstag mit. Material Science steuerte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz von 40 Milliarden Euro bei.

„Unsere Absicht ist es, zwei globale Top-Unternehmen zu schaffen: Bayer als Innovationsunternehmen von Weltrang bei den Life-Science-Geschäften und MaterialScience als führendes Unternehmen bei den Polymeren", so Bayer-Vorstandchef Marijn Dekkers.

Damit könnte sich der größte Börsengang in Deutschland seit Jahren abzeichnen. Bayer will die Spaltung bis spätestens 2016 abgeschlossen haben, ein neuer name für die Firma soll her. Der Firmensitz soll Leverkusen bleiben. Die Pläne, die der Aufsichtsrat am Donnerstag einstimmig guthieß, trieben die Bayer-Aktien auf ein Rekordhoch. Investoren fordern schon länger eine Fokussierung des Konzerns auf die rentableren Geschäftsbereiche.

Bayer hat als einer der letzten europäischen Pharmakonzerne bisher an seinen Wurzeln in der Chemieindustrie festgehalten. Schon seit geraumer Zeit wird aber spekuliert, dass sich der Erfinder von Aspirin, Alka-Seltzer und Matratzen-Schaum von der Kunststoff-Sparte trennen könnte, die knapp 30 Prozent des Konzernumsatzes, aber nur 14 Prozent des operativen Gewinns ausmacht. Durch eine Abspaltung kann sich Bayer etwa auch darauf konzentrieren, in der Tiergesundheit eine kritische Masse zu erreichen – etwa durch Zukäufe, heißt es in einer Studie der Analysten von Jefferies.

Die Analysten von Equinet schätzen den Wert von MaterialScience inklusive Schulden und Pensionsverpflichtungen auf bis zu zehn Milliarden Euro, die Experten der DZ Bank sogar auf elf Milliarden Euro. Die Sparte verzeichnete 2013 einen Rückgang beim operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen um 15 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, der Umsatz sank um zwei Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Mit einem Sparprogramm und dem Abbau von rund 700 Stellen will Bayer die Sparte wieder fitmachen. Dies trägt erste Früchte: Im ersten Halbjahr verbuchte das Geschäft den kräftigsten Ergebnisanstieg von allen Sparten. Das Fazit der Jefferies-Analysten: „MaterialScience zeigt endlich Anzeichen einer Erholung.“

Als ein Übernahmeziel für Bayer gilt die frühere Tiermedizin-Sparte von Pfizer, Zoetis, die der US-Konzern im Frühjahr 2013 abgespalten und an die Börse gebracht hatte. Konkurrent Eli Lilly sicherte sich im April den Tiermedizin-Bereich von Novartis. Bayer trieb seitdem die Frage um, ob das eigene Tierarzneigeschäft in der Branche noch mithalten könne oder vergrößert werden müsse. Auch nach dem Umbau bliebe Bayer ein für die Branche untypischer Hybrid-Konzern mit Medikamenten für Mensch und Tier, Vitaminpräparaten, Pflanzenschutzmitteln und Saatgutsorten.

Bayer hat den Beschäftigten in Deutschland im Zuge des Konzernumbaus eine Beschäftigungsgarantie bis 2020 gegeben. Betriebsrat und Gewerkschaft zeigten sich mit dieser Regelung zufrieden.

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Pharmasparte feiert Erfolge

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