Börsengang geplant
Umicore und Zinifex schmieden weltgrößten Zinkhersteller

Der belgische Metallkonzern Umicore und das australische Bergbauunternehmen Zinifex wollen ihre Hütten zusammenlegen und so den weltgrößten Zinkhersteller gründen.

HB SYDNEY. Anschließend wollen sie das Gemeinschaftsunternehmen mit einem Wert von umgerechnet bis zu 1,2 Milliarden Euro an die Börse zu bringen, kündigten die Firmen am Dienstag an. Nach Bekanntwerden der Pläne legten die Aktien beider Konzerne deutlich zu.

Das neue Unternehmen würde 4500 Menschen etwa in Australien, den USA, Belgien und Frankreich beschäftigen. Ein Arbeitsplatzabbau ist Umicore zufolge nicht geplant. Seine Hütten lieferten jährlich rund 1,2 Millionen der elf Millionen Tonnen Zink und Zink-Verbindungen, die weltweit hergestellt werden. Damit hätte der Konzern mit Sitz in Belgien die Konkurrenten Teck Cominco aus Kanada und Xstrata aus der Schweiz überholt. Kartellrechtliche Probleme schließen die Konzerne aus.

Zinifex bringt nach eigenen Angaben 60 Prozent des Vermögens der neuen Gruppe ein. Bis zum Börsengang sollten jedoch beide Eigentümer gleich große Anteile halten. Dafür erhalte Zinifex einen Ausgleich, den das neue Unternehmen über einen Kredit finanzieren solle.

Nach dem geplanten Abschluss der Fusion im dritten Quartal des kommenden Jahres wollen Umicore und Zinifex dann Kasse machen: Sie streben an, dann die Aktien des neuen Unternehmens verkaufen und an der europäischen Mehrländerbörse Euronext notieren zu lassen.

Zeitpunkt ist günstig

Den Zeitpunkt halten Analysten für günstig. „Der Zinkmarkt ist derzeit sehr heiß und es ist eine gute Zeit, um Hütten zu verkaufen“, sagte Mark Pervan von Daiwa. Zink erfreut sich weltweit einer großen Nachfrage in der Industrie. Die Preise für das Basismetall zur Beschichtung von Eisen- und Stahlblechen zum Schutz vor Rost haben sich seit Jahresbeginn verdoppelt. Sie liegen bei rund 4300 Dollar je Tonne und viele Experten halten ein Anstieg auf 5000 Dollar bis Jahresende für möglich.

Zudem passt das Geschäft den Branchenbeobachtern zufolge gut zu den Strategien der beiden Unternehmen. „Ich sehe das als einen Schritt in die richtige Richtung für Zinifex, weil es sich mehr auf den Bergbau konzentrieren will“, sagte Warren Edney von ABN Amro. Mit dem Gewinn aus dem Hüttenverkauf könnte der Konzern Wachstum im Geschäft mit Bodenschätzen finanzieren.

Umicore erklärte, es werde möglicherweise Zukäufe oder einen Aktienrückkauf mit dem Ertrag bezahlen. Der Konzern engagiert sich zunehmend im Recycling von Edelmetallen und der Herstellung neuer Werkstoffe. Dazu gehören Germaniumsubstrate, die die US-Weltraumbehörde Nasa in Solarzellen ihrer Mars-Sonden „Exploration Rover“ verwendet.

Börsen reagierten erfreut

Die Börsen reagierten erfreut auf die Nachricht über das Geschäft: Umicore legte um 5,10 Prozent auf 121,60 Euro, Zinifex um 4,14 Prozent auf 18,10 Australische Dollar zu.

Umicore ist in Deutschland laut eigener Internetseite an acht Standorten aktiv, darunter in Essen und in Pforzheim, und hatte zuletzt sein Kaufinteresse an H.C. Starck bekundet. Die Bayer-Chemietochter stellt unter anderem Metallpulver her und beschäftigt insgesamt 3400 Mitarbeiter an 14 Standorten.

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