Börsengang im Herbst
Strabag will weitere Anteile an die Börse bringen

Ursprünglich hatte der österreichische Baukonzern Strabag seinen Börsengang für Mai geplant. Und ursprünglich wollte das Unternehmen zunächst nur knapp 25 Prozent seiner Anteile an die Wiener Börse bringen. Nachdem der Börsengang auf Oktober verschoben wurde, soll sich auch der Streubesitz nach dem Gang aufs Parkett weiter erhöhen.

ZÜRICH. Der österreichische Baukonzern Strabag, der nach seinem in letzter Minute abgesagten Börsengang vor zwei Monaten nun im Oktober an die Wiener Börse strebt, könnte langfristig mehr als die zunächst geplanten knapp 25 Prozent seiner Anteile an die Börse bringen. Wie Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner am gestrigen Dienstag bei einer Pressekonferenz in Zürich erklärte, werde der nächste Schritt nach dem Börsengang voraussichtlich darin bestehen, den Streubesitz auf 49 Prozent zu erhöhen.

Die Strabag hatte ihren ursprünglich für Mai geplanten Börsengang abgesagt, nachdem der russische Oligarch Oleg Deripaska als dritter Großaktionär neben Haselsteiner selbst und der österreichischen Raiffeisengruppe bei der Strabag eingestiegen war. Alle drei Anteilseigner sind durch einen Syndikatsvertrag miteinander verbunden und wollen nach dem auf den Herbst verschobenen Börsengang jeweils 25 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen halten, das in Europa und vor allem in Deutschland zu den größten Baukonzernen zählt.

Die Verschiebung des Börsengangs hatte Investoren allerdings stark verunsichert, wie es aus Wiener Finanzkreisen heißt. „Auf Dauer sind 25 Prozent nicht das, was der Markt möchte", sagte Haselsteiner jetzt, offenbar nicht zuletzt in der Absicht, Investoren wieder für sich zu gewinnen. Der nächste Schritt könnte darin bestehen, dass die drei Großaktionäre ihre Anteile auf jeweils 17 Prozent verminderten und damit zusammen noch auf 51 Prozent kämen. „Es ist mir bewusst, dass wir in diese Richtung gehen müssen", sagte der Strabag-Chef am Dienstag.

Haselsteiner war in die Schweiz gekommen, um über seine Pläne in dem Nachbarland Auskunft zu geben. In den vergangenen Tagen war darüber spekuliert worden, ob sich die Strabag an der größten Schweizer Baufirma Implenia beteiligen wird, bei der sich der britische Finanzinvestor Laxey mit knapp 23 Prozent eingekauft hat. Haselsteiner bestätigte, dass Laxey mit Strabag Gespräche geführt hat. Eine Minderheitsbeteiligung sei jedoch aus seiner Sicht uninteressant. „Da kann ich auch etwas anderes kaufen", sagte er.

Solange Implenia Strabag nicht zu offiziellen Gesprächen einlade, stehe ein Kauf des Unternehmens nicht auf seiner Agenda, sagte er.

Auch dem deutschen Konkurrenten Hochtief, an dem Strabag-Großaktionär Deripaska ebenfalls Anteile besitzt, will sich Haselsteiner nicht weiter nähern. „Wir haben", sagte er, „seit dem Einstieg Deripaskas mit Hochtief nicht mehr aber auch nicht weniger zu tun."

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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