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Börsengang in China: Daimler-Partner BYD verfolgt ehrgeizige Wachstumspläne

Der chinesische Batterie- und Autohersteller Build Your Dreams will sich durch einen Börsengang an seinem Heimatstandort Shenzhen mit frischem Kapital für weitere Expansionen versorgen. Laut Konzern-Chef Wang Chuanfu stehe das Unternehmen vor der Markteinführung eines Elektrofahrzeugs in den USA und wolle auch in den Markt für Haushaltsgeräte vorstoßen.

BYD-Fahrzeug auf der Automesse in Shanghai. Investoren prognostizieren dem Konzern glänzende Zukunftsaussichten. Quelle: ap
BYD-Fahrzeug auf der Automesse in Shanghai. Investoren prognostizieren dem Konzern glänzende Zukunftsaussichten. Quelle: ap

PEKING. Chuanfu zufolge solle die Neuemission 2,85 Mrd. Yuan (330 Mio. Euro) in die Kasse spülen. BYD betreibt zusammen mit Daimler seit Mai ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung von Elektroautos. Auch VW kooperiert mit der südchinesischen Firma, die als einer der aktivsten Neulinge im Autogeschäft gilt.

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BYD ist bereits in Hongkong gelistet. Wang will die Altaktionäre Ende des Monats auf einer Hauptversammlung um ihre Zustimmung zu der Kapitalerhöhung bitten. Zu den bisherigen Anteilsinhabern gehört auch der bekannte US-Investor Warren Buffet, der vor drei Jahren 230 Mio. Dollar für einen zehnprozentigen Anteil an dem Unternehmen bezahlt hat.

Glänzende Zukunftsaussichten

Aus Sicht der Investoren hat BYD glänzende Zukunftsaussichten: Es sitzt im größten und am schnellsten wachsenden Automarkt der Welt und betreibt eigene Forschung und Entwicklung auf hohem Niveau. Obwohl Wang erst 2003 ins Autogeschäft eingestiegen ist, lassen sich die Produkte von der Qualität her bereits mit internationalen Marken vergleichen. Die Herkunft als Anbieter von Handybatterien sichert einen Technikvorsprung beim Übergang ins Zeitalter der E-Mobilität.

China ist fest entschlossen, besonders schnell aufs Fahren mit Strom umzustellen. "China hat das Potenzial, zum weltweit größten Absatzmarkt für emissionsfreie Fahrzeuge zu werden", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche beim Abschluss des Partnerschaftsvertrags mit BYD. Peking will bis 2020 rund 100 Mrd. Yuan (zwölf Mrd. Euro) in die Förderung des emissionsfreien Fahrens stecken. In Modellregionen sollen schon ab kommendem Jahr öffentliche Ladestationen zur Verfügung stehen.

Im Beginn der E-Mobilität sieht China zudem eine riesige Chance, sich auf dem Automarkt nach vorne zu katapultieren. Da ein Großteil des bisherigen Technikwissens im Ottomotor steckt, entwertet die neue Technik zumindest im mittleren und unteren Marktsegment den Vorsprung der etablierten Anbieter - so lautet zumindest die Hoffnung.

Einheimische Investoren bevorzugt

Bisher besteht der jährliche BYD-Absatz von rund einer halben Mio. Autos hauptsächlich aus Benzinern, doch der Elektroanteil soll schon ab kommendem Jahr deutlich steigen. Das Geld aus dem neuen Börsengang will Firmenchef Wang nutzen, um den reinen Batteriewagen BYD e6 in den US-Markt zu drücken. Sein Versprechen, das Auto noch 2010 auf Amerikas Straßen zu bringen, will er offenbar unbedingt einhalten - obwohl in den Autohäusern davon bisher nichts zu sehen ist. Die ersten Zielgruppen seien jedoch "Firmenkunden und Prominente", verriet Wang. So sollen die US-Kunden auf die neue Marke aufmerksam werden.

Die neuen Aktien sollen in Shenzhen im Marktsegment "A" herauskommen. Sie sind damit in Yuan notiert und stehen vor allem für einheimische Investoren zur Verfügung. Damit zapft BYD potente Geldgeber an: Chinas Anleger haben mehrere Bill. Euro auf der hohen Kante liegen, können ihre Mittel jedoch wegen der Abschottung des eigenen Investmentmarkts nicht im Ausland anlegen. Wang wird jedoch darauf achten, keinen zu hohen Anteil des Kapitals in den freien Handel zu bringen: Er legt Wert darauf, die Kontrolle über sein Unternehmen zu behalten.

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