Börsengang oder Verkauf abgesagt
Finanzinvestoren halten an Cognis fest

Die Anteilseigner des Spezialchemiekonzerns Cognis haben einen möglichen Verkauf oder Börsengang abgesagt. Sie wollen das Unternehmen nun doch erstmal behalten. Die Entscheidung wurde parallel mit einer durchwachsenen Zwischenbilanz bekanntgegeben.

HB FRANKFURT. Die Beteiligungsfirmen Permira und Goldman Sachs Capital Partners hätten ihre seit April laufende Prüfung der strategischen Optionen abgeschlossen und „entschieden, keine dieser Optionen zu verfolgen, sondern ihr Investment noch mehrere Jahre fortzuführen“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Dies sei die attraktivste Option für die Gesellschafter.

Der Spezialchemiekonzern, der seine Kunden unter anderen in der Ernährungs- und Kosmetikindustrie sowie in der Textil- und Kunststoffbranche hat, hatte von seinen Großaktionären noch dieses Jahr eine Entscheidung über seine Zukunft erwartet. Dabei waren alle Optionen von einem Börsengang bis hin zum Verkauf an einen strategischen Investor im Gespräch.

Cognis war 1999 aus dem Chemiebereich von Henkel hervorgegangen und gehörte seit 2001 mehrheitlich den beiden Beteiligungsfirmen. Sitz ist Monheim nahe Düsseldorf.

Die Entscheidung der Finanzinvestoren, an Cognis festzuhalten, hängt wohl nicht zuletzt mit dem Geschäftsverlauf zusammen: Im ersten Halbjahr hat die Cognis GmbH & Co. KG ihr bereinigtes Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 7 Prozent auf 214 Mill. Euro gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich im gleichen Zeitraum um ebenfalls 7 Prozent auf 1,715 Mrd. Euro. Die Zahlen teilte das Unternehmen parallel zur Entscheidung über die Besitzverhältnisse mit.

Maues zweites Quartal

Das zweite Quartal verlief jedoch weniger glücklich. Wegen des starken Wettbewerbs etwa bei Fettalkoholen und Glyzerin ist das Ebitda von 104 auf 101 Mill. Euro gesunken. Unter dem Strich kam Cognis auf einen Quartalsgewinn von 5 Mill. Euro nachdem noch im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 21 Mill. Euro in den Büchern stand. Vor allem der Kursrückgang des Dollar habe geholfen, begründete das Unternehmen die Wende. Der Konzernumsatz im Quartal legte um 2,2 Prozent auf 840 Millionen Euro zu.

Die Nettoverschuldung von Cognis lag Ende Juni bei rund 1,61 Milliarden Euro und damit auf dem gleichen Niveau wie Ende 2005. Cognis beschäftigte Ende des zweiten Quartals 7 715 Mitarbeiter, gut 70 weniger als Ende Dezember.

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