Börsengang
RAG lockt Finanzinvestoren

RAG-Chef Werner Müller hat seit Jahren am Börsengang gearbeitet. Nach dem Kohlekompromiss steht diesem nun grundsätzlich nichts mehr im Weg. Beim Gang aufs Parkett sollen dabei offenbar auch Finanzinvestoren zum Zuge kommen.

mjh DÜSSELDORF. Dies verlautete am Donnerstag aus Berliner Regierungskreisen. Den Angaben zufolge gehen Mitglieder der Koalition davon aus, dass eine Beteiligung von Finanzinvestoren eine erfolgreiche Privatisierung der RAG erleichtern könnte. Ein Unternehmenssprecher wollte die Informationen nicht kommentieren. Konzernchef Werner Müller will mit den profitablen Sparten Chemie (Degussa), Energie (Steag) und Immobilien noch in diesem Jahr an der Börse starten. Mit einem Börsenwert von 5,4 Mrd. Euro dürfte die RAG die größte Neuemission 2007 sein.

Erst der Mittwochabend erzielte Kohle-Kompromiss hat den Weg für den RAG-Börsengang frei gemacht. Die Einigung sieht vor, dass die subventionierte Steinkohlenförderung in Deutschland 2018 auslaufen soll. Das Land Nordrhein-Westfalen konnte durchsetzen, dass es nur noch bis Ende 2014 Subventionen zahlt.

Der Kompromiss wurde einhellig als historische Entscheidung begrüßt. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte am Donnerstag in der ARD, er könne sich vorstellen, dass abhängig von der Preisentwicklung an den Welt-Energiemärkten der Beschluss wieder revidiert werde. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und sein saarländischer Kollege Peter Müller, beide CDU, erklärten dies für unwahrscheinlich. „Es wird keinen Sockelbergbau geben“, sagte Rüttgers.

NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) sagte, er erwarte den Börsengang nun für die zweite Jahreshälfte. Als nächster Schritt wird der komplette Konzern in den nächsten Wochen in eine Stiftung eingebracht. Anschließend wird die RAG in einen „schwarzen“ und einen „weißen“, börsenfähigen Teil aufgespalten. Der Erlös aus dem Börsengang geht an die Stiftung, die die Bergbau-Altlasten tragen wird.

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