Börsengang unwahrscheinlich
Merck will Distributionstochter verkaufen

Schon im ersten Quartal 2004 will Merck eine Lösung für seine Labordistributionstochter VWR International gefunden haben. Ein Verkauf ist das wahrscheinlichste Szenario.

HB FRANKFURT/M. „Wir streben eine Lösung für das erste Quartal 2004 an“, sagte ein Sprecher des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns am Freitag. Ein Börsengang sei äußerst unwahrscheinlich geworden. Ein Verkauf sei im Moment die wahrscheinlichste Option, fügte er hinzu. Zuvor hatte die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen berichtet, Merck stehe mit Finanzinvestoren im Gespräch. Das Merck-Management habe aber auch mit Wettbewerbern wie der US-Firma Fisher Scientific International gesprochen, der Fokus liege aber im Augenblick auf Finanzinvestoren.

Zu den Zeitungsinformationen lehnte der Sprecher einen Kommentar ab. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Merck-Aktie lag gegen Mittag rund 0,4 Prozent im Plus bei 32,92 Euro.

Im dritten Quartal hatte VWR einen Umsatz von rund 625 Millionen Euro erwirtschaftet, rund neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das operative Ergebnis betrug knapp 26 Millionen Euro, sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Tochter steuerte etwa ein Drittel zum Konzernumsatz und rund 15 Prozent zum operativen Ergebnis der Merck-Gruppe bei. VWR mit Firmensitz in West Chester im US-Bundesstaat Pennsylvania erwirtschaftet zwei Drittel seiner Umsätze in Nordamerika. Das Unternehmen hat rund 5 900 Beschäftigte.

Merck-Chef Bernhard Scheuble hatte bereits Ende Oktober gesagt, dass es im kommenden Jahr keinen Börsengang der nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Tochter geben wird. Als Grund nannte der Merck-Chef das eher schwache Umfeld bei Börsengängen in den USA.

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