Börsenturbulenzen belasten
Konzerne bremsen Aktien-Rückkäufe

Die Börsenturbulenzen und die drohende Rezession zwingen deutsche Unternehmen, ihr Geld beisammenzuhalten. Die Konzerne fahren daher ihre bei Anlegern beliebten Aktienrückkäufe deutlich zurück oder stoppen sie ganz. Grund für diesen Schritt sind drohende oder bereits veröffentlichte Ertragseinbrüche. Die Unternehmen finanzieren ihre Rückkäufe üblicherweise aus dem freien Mittelzufluss.

DÜSSELDORF. In den ersten Monaten des Jahres lagen die Rückkäufe noch auf Rekordkurs. Allein die 30 größten börsennotierten Konzerne nahmen nach Handelsblatt-Berechnungen seit Januar eigene Aktien im Wert von zwölf Mrd. Euro vom Markt. Das ist so viel wie noch nie. Doch nun machen die größten Rückkäufer eine Kehrtwende. Daimler reduziert bis auf weiteres sein milliardenschweres Programm und begründet dies mit der schlechten Entwicklung auf den Finanz- und Automobilmärkten. Noch in der ersten Oktoberwoche hatte Daimler für 2,2 Mio. Euro eigene Aktien erworben. Bis zum Frühjahr wollten die Stuttgarter eigentlich zehn Prozent ihrer Aktien einkassieren. Auch der Münchener Mischkonzern Siemens und die Softwareschmiede SAP erwerben im Moment keine Aktien. Beide lassen offen, ob sie ihre Programme noch durchziehen. SAP verordnete sich stattdessen harte Sparziele.

Der Trend zeichnet sich nicht nur in Deutschland ab. "Auf breiter Front stoppen die Unternehmen derzeit ihre Aktienrückkäufe", bestätigt Gunnar Friede von Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS. In den USA brachen die Rückkäufe nach Angaben des Indexanbieters Standard & Poor's binnen eines Jahres um die Hälfte ein. Nur die IT-Konzerne kaufen noch im großen Stil zurück: Zuletzt legte Microsoft ein 40-Mrd.-Dollar-Paket auf. In Europa kündigte seit August kein größerer Konzern mehr neue Aktienrückkäufe an.

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