Börsianer dennoch enttäuscht
US-Konzern Merck plant harte Einschnitte

Der US-Pharmariese Merck & Co hat ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm angekündigt und will weltweit etwa 7000 Stellen streichen. Das Sparprogramm soll den Konzern in den nächsten Jahren um eine Milliardensumme entlasten.

HB BRÜSSEL/NEW YORK. Das am Montag vorgestellte Programm sieht die ersten großen Einschnitte unter Leitung von Richard Clark vor, der erst im Mai den Chefposten übernahm. Das von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem zurückgezogenen Schmerzmittel Vioxx belastete Unternehmen will nunmehr bis Ende 2008 die Zahl der Beschäftigten um elf Prozent reduzieren. Rund die Hälfte der Stellen soll in den USA wegfallen. Zudem werden fünf von derzeit 31 Produktionsstätten geschlossen oder verkauft. Die deutsche Vertriebstochter MSD ist nach Angaben eines Sprechers nicht betroffen. Merck erwartet durch den Schritt bis 2010 vor Steuern Einsparungen von insgesamt 3,5 bis vier Mrd. Dollar.

„Die Maßnahmen, die wir heute ankündigen, sind ein wichtiger erster Schritt um Merck so aufzustellen, dass das Unternehmen den gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen begegnen kann“, erklärte Clark. Sie betreffen vor allem die Produktion und damit den Bereich, den Clark vor seinem Aufstieg zum Firmenchef leitete. Rund zwei Mrd. Dollar an Spareffekt erhofft sich das Management allein hier. In den nächsten drei Jahren wolle Merck eine schlankere, weniger Kosten verursachende und stärker auf die Kunden ausgerichtete Produktion haben, teilte das Unternehmen mit.

Börsianer hatten sich allerdings noch schärfere Maßnahmen erhofft. So sorgte für Enttäuschung, dass das Programm nur in begrenztem Umfang den Gewinnen im kommenden helfen kann. Merck erwartet 2006 einen Gewinnrückgang von mindestens 4,4 Prozent, da zur Jahresmitte in den USA der Patentschutz für den lukrativen Cholesterinsenker Zocor ausläuft. „Wie man es auch dreht und wendet, die Restrukturierung haut einen nicht vom Hocker“, kommentierte Barbara Ryan von der Deutschen Bank. An der Wall Street büßte die Merck-Aktie 3,74 Prozent auf 29,82 Dollar ein.

„Es schaut sicherlich so aus, als ob Clark gewillt ist, harte Entscheidungen zu treffen“, kommentierte Albert Rauch, Analyst bei A.G. Edwards & Sons. „Es dürfte allerdings schwer werden, die Unternehmenskultur zu bewahren, wenn so viele Positionen gestrichen werden“, ergänzte er.

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