Bohrinsel-Leck
Total drohen bei Explosion Milliardenkosten

Die Bohrinsel „Elgin“ ist weiterhin explosionsgefährdet. Total drohen Kosten von bis zu zehn Milliarden Dollar, falls es zu einer Explosion kommt. Auch ohne Explosion kommt den Ölkonzern eine Reparatur teuer zu stehen.
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Düsseldorf/LondonDie leckgeschlagene Förderplattform „Elgin“ in der Nordsee wird für den französischen Ölriesen Total zum milliardenschweren Reputationsproblem. Weiterhin strömt giftiges Gas ungehindert in die Nordsee. Die größte Sorge bereitet Experten derzeit die Explosionsgefahr. Auf der Plattform brennt vier Tage nach der Evakuierung noch immer eine Flamme, mit der überschüssiges Gas abgefackelt wird.

Sollte das aus dem Leck strömende Gas mit der Fackel in Kontakt kommen, käme es zu einer verheerenden Explosion. Das würde nach ersten Schätzungen von Analysten für Total Ausgaben von zehn Milliarden Dollar nach sich ziehen. Bleibt die gefürchtete Explosion aus, die Reparatur zieht sich aber über Monate hin, fielen rund drei Milliarden Dollar an. Sollte es Total gelingen, das Leck schnell in den Griff zu bekommen und die Produktion würde lediglich für zwei Wochen ausfallen, könnte der Ölmulti mit 150 Millionen Dollar davonkommen, so die Analysten am Mittwoch.

David Hainsworth, der Sicherheitschef von Total in Großbritannien, sieht derzeit keine unmittelbare Gefahr einer Explosion, verlässt sich dabei aber offenbar vor allem auf die Wetterlage. Im Moment werde das Gas durch den Wind von der Flamme weggeweht, sagte Hainsworth dem TV-Sender BBC. Total suche nach Möglichkeiten, die Fackel zu löschen.

Trotz der Explosionsgefahr halten Experten eine Umweltkatastrophe wie vor zwei Jahren nach der Havarie einer Förderplattform des britischen Ölriesen BP im Golf von Mexiko aber für unwahrscheinlich. Diese Entwarnung bewahrt Total allerdings nicht vor milliardenschweren Kursverlusten: „Auch wenn sich die materiellen Risiken nicht vergleichen lassen, fürchten die Investoren, dass Total ein ähnlicher Reputationsverlust droht wie BP“, sagte ein Londoner Händler.

Die Aktien von BP notieren auch heute noch knapp 30 Prozent tiefer als vor der Ölpest im Golf von Mexiko, die als eine der größten Umweltkatastrophen überhaupt gilt. In den ersten Wochen nach der Explosion der „Deepwater Horizon“ hatte BP sogar mehr als die Hälfte seines Börsenwerts verloren. Der Aktienkurs von Total war bereits am ersten Tag nach Bekanntwerden des Unfalls um sechs Prozent eingebrochen. Rund sechs Milliarden Euro lösten sich in Luft auf, am Mittwoch ging es für den weltweit fünftgrößten Ölkonzern weiter abwärts.

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Risikoprämien für Total steigen

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  • Bei Katastrophen wie dieser oder der im Golf von Mexiko, die nur mit Öl/Erdgas zu tun haben, haben die Umweltverbände, die Grünen und die grüngefärbten Parteien ein sehr kurzes Gedächtnis. Das ist schnell wieder vergessen. Wenn es aber um Atomkraft geht, werden normale Industrieunfälle zu Kultobjekten, die immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden und masslos übertrieben dargestellt werden, um die bestehende Technikfeindlichkeit im Land weiter zu festigen.

  • Total braucht sich über die wirtschaftliche Zukunft keine Sorgen machen. Rauscht auch der Börsenwert steil nach unten, einer feindlichen Übernahme oder Zerschlagung stellt sich schützend der französische Staat gegenüber.

    "Was gut für Frankreich ist, ist auch gut für Europa."
    Na, wer kennt ihn noch, diesen Satz vom Nikolaus ?

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