Bohrplattform
Shell kämpft weiter gegen Ölleck in Nordsee

Der britische Ölkonzern versucht weiterhin den Ölaustritt in der Nordsee einzudämmen. Unterdessen fordern die schottische Regierung und Umweltschutzorganisationen mehr Informationen über das Ölleck.
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EdinburghDer Ölkonzern Shell versucht weiterhin das Leck an seiner Bohrplattform in der Nordsee zu schließen. Es werde daran gearbeitet, inzwischen trete nur noch ein Barrel (159 Liter) Öl pro Tag ins Meer aus, teilte Shell am Donnerstag mit. Die Größe des Ölfilms auf der Wasseroberfläche sei auf 25 Hektar zurückgegangen und das Öl werde sich auflösen, ohne die Küste zu erreichen. Die schottische Regierung und Umweltschutzorganisationen forderten Shell zur Weitergabe von mehr Informationen über das Ölleck auf.

Konzernsprecher Glen Cayley erklärte, Shell mache beim Kampf gegen das Ölleck „gute Fortschritte“. Seitdem das Bohrloch verschlossen wurde, tritt dem Unternehmen zufolge nur noch knapp ein Barrel Öl täglich ins Meer aus. Bislang sind laut Shell etwa 1.300 Barrel Öl in die Nordsee gelangt, 4.620 weitere befinden sich noch in der Pipeline. Das Unglück ist das schlimmste in der Nordsee seit zehn Jahren.

In einem ersten Schritt zum Schließen des Lecks senkten Ingenieure am Donnerstag fünf Betondecken ins Wasser hinab, um damit die 1,20 Meter über dem Meeresboden schwebende Pipeline wieder auf den Meeresboden hinunterzudrücken. Ein weiterer Shell-Sprecher, Steve Harris, sagte, der Konzern untersuche derzeit das Risiko für den Einsatz von Tauchern zum Verschließen des Ventils, das hinter dem noch verbliebenen Leck vermutet wird. Das Ergebnis werde bald vorliegen, dann könnten die Taucher die 90 Meter zur Pipeline absteigen und den Ölausfluss stoppen.

Zwtl.: Schottischer Umweltminister fordert mehr Transparenz

Der schottische Umweltminister Richard Lochhead sagte, er habe Shell und die britische Regierung zu mehr Transparenz im Zusammenhang mit dem Ölleck gedrängt. Der Direktor von WWF Schottland, Richard Dixon, sagte, das giftige Öl könne Meeresbewohnern und Säugetieren schaden. Vor allem mit Blick auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei es „schwer zu verstehen, warum es so lange gedauert hat, bis sie offen damit umgegangen sind, was passiert ist“, sagte Dixon.

Die Vogelschutzorganisation Royal Society for the Protection of Birds rief den Konzern auf, an den Ermittlungen Londons auch die schottische Regierung und Umweltschutzgruppen zu beteiligen. Außerdem wolle die Organisation detaillierte Informationen, wie gut die Anlagen des Konzerns in der Gegend beispielsweise gewartet wurden, erklärte Direktor Stuart Housden. Shell-Sprecher Kim Blomley sagte, der Konzern habe sich so offen wie möglich verhalten.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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