Bolivien
Konzerne akzeptieren Verstaatlichung der Energie

Erstmals seit der Verstaatlichung seiner Öl- und Gasvorkommen hat Bolivien Verträge mit ausländischen Energiekonzernen abgeschlossen. Die Konzerne scheinen den Anspruch Boliviens auf Kontrolle der Energiereserven akzeptiert zu haben.

HB LA PAZ. In den Verträgen verpflichteten sich die französische Total und die US-amerikanische Vintage zu Investitionen im Gesamtumfang von 2,1 Milliarden Dollar in dem südamerikanischen Land, sagte Energieminister Carlos Villegas am Freitag. Total hat dem Minister zufolge das Staatseigentum an den geförderten Rohstoffen akzeptiert. 82 Prozent der Einnahmen behalte der Staat. Villegas äußerte sich nicht zu den Konditionen für Vintage. Einem früheren Bericht zufolge könnte das US-Unternehmen bis zu 50 Prozent kassieren.

Mit anderen Konzernen wie Brasiliens Petrobras, Spaniens Repsol oder der britischen BG Group verhandelte Bolivien noch. Präsident Evo Morales hatte ihnen vor einem halben Jahr eine Frist für einen Abschluss bis Samstag gesetzt. Sonst müssten sie sich aus dem Land zurückziehen. „Auch wenn wir ein kleines, unterentwickeltes Land sind, müssen die Firmen unsere Regeln, unsere Gesetze respektieren. Wir werden sie dazu bringen“, sagte Morales am Freitag anlässlich der Unterzeichnung der neuen Verträge.

Morales hatte am 1. Mai ein Dekret unterzeichnet, nach dem alle ausländischen Unternehmen sofort die Lizenzen für ihre Erdgasfelder dem Staat übergeben und die neuen Betriebsverträge innerhalb von 180 Tagen unterzeichnen müssen. Bolivien verfügt nach Venezuela über die zweitgrößten Erdgasvorkommen in Südamerika. Die größten Abnehmer sind Brasilien und Argentinien.

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