Bonus auf Rekord-Niveau
VW-Belegschaft profitiert von Wertsteigerung

Die VW-Belegschaft hat in den vergangenen Jahren mit Bonuszahlungen und Aktienoptionen massiv vom Unternehmenserfolg und der Wertsteigerung des Autobauers an der Börse profitiert. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Bonus für Tarif-Beschäftigte auf ein Rekord-Niveau.

HB WOLFSBURG. Von 2002 bis Ende des vergangenen Jahres seien durch die Wandlung von Aktienoptionen mehr als 900 Mio. Euro brutto an die Beschäftigten geflossen, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh der Nachrichtenagentur dpa in Wolfsburg. „Dieses Geld wurde von den Teilnehmern der Optionsprogramme an den Aktienmärkten erlöst und stammt nicht aus dem Unternehmen.“

Die Beschäftigten hätten auch am guten Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres teilgehabt. Der Bonus für Tarif-Beschäftigte erreichte das Rekord-Niveau von 4100 Euro. „Das hat es bei Volkswagen noch nie gegeben und zeigt, wie richtig es war, eine Ergebnisbeteiligung für unsere Kolleginnen und Kollegen im Tarifvertrag 2006 zu regeln“, erklärte Osterloh. Zehn Prozent des operativen Ergebnisses der Marke Volkswagen werden an die rund 90 000 Beschäftigten der Volkswagen AG, also der sechs westdeutschen Werke, ausgeschüttet.

Das Aktienoptionsprogramm bei Volkswagen zeige zudem, wie auch die Belegschaft von der Wertsteigerung des Unternehmens profitiere. Dies habe auch zu kräftigen Steuereinnahmen geführt.

Die VW-Aktie gewann in den vergangenen Jahren an der Börse massiv an Wert, vor allem im Zuge der Übernahme von VW durch den Sportwagenbauer Porsche. Vor allem 2008 hatte die Aktie wegen Spekulationsgeschäften ungewöhnliche Kurssprünge vollführt und stieg Ende Oktober sogar kurzzeitig auf mehr als 1000 Euro. Am Freitag lag der Kurs am Handelsschluss bei 215 Euro.

Die fünf VW-Vorstandsmitglieder übten im vergangenen Jahr Aktienoptionen von mehr als 27,5 Mio. Euro aus, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht hervorgeht. Vor allem aus diesem Grund verdienten die Konzernvorstände fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Die Vergütungen stiegen insgesamt von 16,5 auf 45,4 Mio. Euro.

Der VW-Gewinn war im vergangenen Jahr zudem gegen den Branchentrend um 13,7 Prozent auf rund 4,7 Mrd. Euro gestiegen. „Natürlich wird der Bonus für das laufende Geschäftsjahr aufgrund der Finanzkrise diese Höhe nicht erreichen“, sagte Osterloh.

Wegen der dramatischen Branchenkrise erwartet VW nach den Rekordzahlen im Vorjahr eines der schwierigsten Jahre der Unternehmensgeschichte. Der Konzern rechnet im Jahr 2009 mit Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis und steuert im ersten Quartal sogar auf rote Zahlen zu. Konzernweit wird ein Absatzminus von zehn Prozent erwartet. Volkswagen will aber besser als der Gesamtmarkt abschneiden und begründet dies vor allem mit der breiten Modellpalette.

In Deutschland profitiert VW derzeit erheblich von der Abwrackprämie, die zu einem Ansturm auf die Autohäuser geführt hat. Der erfreulichen Entwicklung am heimischen Markt stehen allerdings unverändert Einbrüche in den USA, Japan und im übrigen Europa gegenüber.

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