Boom beim Wälzlagerhersteller
Lieferengpässe bremsen SKF

Es läuft ziemlich rund beim schwedischen Wälzlagerhersteller SKF: Die Auftragslage des Konzerns ist so gut, dass die vorhandenen Standorte ausgebaut werden, um Lieferengpässe zu beheben. Deutschland gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.

SCHWEINFURT. Die Auftragsbücher von SKF sind so voll, dass die Lieferzeiten des weltgrößten Wälzlagerherstellers immer länger werden. „Wer heute bestellt, muss zwischen sechs und zwölf Monaten warten, bis er die Ware bekommt“, sagte SKF-Chef Tom Johnstone im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Dies ist ärgerlich, denn wir würden unsere Kunden gerne schneller beliefern.“

Im ersten Quartal stieg der Umsatz von SKF um acht und der Betriebsgewinn um 17 Prozent. Der Konzern aus Göteborg geht davon aus, dass sich an dem Boom in den nächsten Jahren wenig ändern wird. „Wir liefern unsere Produkte an 40 Branchen. Viele davon wachsen enorm stark, etwa die Windkraft“, sagte Johnstone. In den vergangenen Jahren hätten vor allem Auftraggeber in China, Indien und Osteuropa das Geschäft angetrieben. Jetzt sei zusätzlich der Aufschwung in Westeuropa spürbar. „Wir haben jetzt mehrere Konjunkturlokomotiven“, sagte der Schotte, der seit drei Jahren den schwedischen Konzern führt.

Um künftig zügiger liefern zu können, baut SKF seine Fabriken weltweit aus. Derzeit investiert SKF 65 Mill. Euro in die Erweiterung des Stammwerkes in Göteborg, aber auch in neue Fabriken in Asien.

Ohne Wälzlager läuft heute nichts mehr, ob in Flugzeugen, Autos, Windrädern, in Elektromotoren oder sogar in Skateboards. Vor allem in den Schwellenländern Asiens steigt der Bedarf schnell. „Kugel- und Wälzlager sind mit die knappsten Teile im Maschinenbau“, bestätigt Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA. „Für Spezialanfertigungen muss der Kunde bis zu 14 Monate warten.“

Die börsennotierte SKF sieht sich mit einem Umsatz von zuletzt 5,8 Mrd. Euro als Weltmarktführer. Mit ihren stärksten Konkurrenten, der deutschen Schaeffler-Gruppe mit ihrer Tochter FAG und dem amerikanischen Timken-Konzern teilt sich SKF fast die Hälfte des Weltmarktes.

Seite 1:

Lieferengpässe bremsen SKF

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%