Boom dürfte bald beendet sein
Abkühlung in der Logistikbranche

Wird weniger produziert, wird auch weniger transportiert. Für die Logistikbranche bedeutet das weniger Aufträge. Die LKW-Transportbranche ist bereits von einer Pleitewelle erfasst, der Branche stirbt der Mittelstand weg. Profitieren können meist nur die großen, börsennotierten Unternehmen.

DÜSSELDORF. Der Zusammenhang ist simpel: Wird weniger produziert, muss auch weniger transportiert werden. In der Folge sinken die Frachtraten. Die Logistikbranche fürchtet den ersten Einbruch nach Jahren des Wachstums. Auch hier ist es ein Wort, das Furcht verbreitet: Finanzkrise. Außerdem ist die Branche von steigenden Kosten betroffen, seien es explodierende Ölpreise oder eine höhere LKW-Maut.

„Die Situation für die Transportbranche wird angesichts der Finanzkrise sicher nicht einfacher“, bestätigt Markus Hesse, Analyst von Sal. Oppenheim. Die Geschäftserwartungen für die nächsten Monate seien nicht rosig. Das gelte für das Wachstum in der Luft- und Seefracht, aber auch für die Express- und Paketdienste. „Gewinner der Finanzkrise werden nur Unternehmen mit einer niedrigen Verschuldung sowie einem hohen Grad an unternehmerischer Flexibilität sein und solche, die von den US-Exporten profitieren“, meint Axel Funhoff, Analyst der ING Bank.

Die LKW-Transportbranche ist bereits von einer Insolvenzwelle erfasst worden. Viele der kleinen und mittelständischen Fuhrunternehmer müssen aufgeben, ob Ricö, Friedrich Schulze, Spedition Beständig oder Spedition Lohse, Spedition + Logistik Leypold aus Suhl und Bermes Logistik aus Willich – Firmen, die oft nicht einmal Branchenexperten kennen. Laut Statistischem Bundesamt meldeten allein im Juli 8,5 Prozent mehr Unternehmen Insolvenz an als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Karl-Heinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Brummi-Verbands BGL, rechnet bereits mit einem ganz schwachen Jahr. „Wenn die Wirtschaft den Bach runtergeht, hat das unmittelbar Auswirkungen auf das, was zu transportieren ist“, sagt er. Schmidt geht davon aus, dass das nächste Jahr eine Rezession mit einem neuen Insolvenzrekord bringen wird. Die Banken sähen ohnehin die größten Risiken beim Mittelstand, so dass Kreditlinien nur sehr schwierig und nur zu erhöhten Zinssätzen zu erhalten seien. Zu all dem komme noch die Erhöhung der LKW-Maut hinzu. Vorsichtiger äußern sich die Spediteure: „Noch leben viele Unternehmen von ihren Auftragsbeständen aus der Vergangenheit. Sollte es aber zu weiteren Ausfällen in Industrie und Handel kommen, würde das mit einer gewissen Zeitverzögerung auch die Logistik treffen“, meint Michael Kubenz, Präsident des Spediteurs-Verbands DSLV.

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