Boomjahr der Reedereisparte
Oetker macht Riesenschritte

Die Bielefelder Oetker-Gruppe wächst rasant. Im vergangenen Jahr erreichte das Familienunternehmen eine neue Rekordmarke. Trotz des stagnierenden deutschen Marktes wurden 2005 mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz erzielt.

HB BIELEFELD. Der Mischkonzern hat seinen Umsatz dabei dank mehrerer Zukäufe um 9,3 Prozent auf die neue Rekordmarke gesteigert und erstmals die Marke von sieben Mrd. Euro überschritten. Bis auf das Bankgeschäft legten alle Bereiche zu, besonders die Reedereiaktivitäten.

„Beim Ertrag haben wir das gute Vorjahr übertroffen“, sagte August Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Oetker-Holding, bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Bielefeld. Konkrete Gewinnzahlen nennt das Familienunternehmen nicht. Der Cash-Flow habe über 600 Mill. Euro gelegen und verbessere sich weiter. Im laufenden Jahr werde die Gruppe zwar nicht an das gute Jahr 2005 herankommen, doch erwarte er eine „stetige Entwicklung“, sagte Oetker.

Im Kerngeschäft Nahrungsmittel legte der Oetker-Umsatz vor allem durch Zukäufe um 8,1 Prozent zu auf 1,814 Mrd. Euro. Im Geschäftsbereich Nahrungsmittel profitierte der Konzern vor allem von der vollständigen Einbeziehung des von Unilever erworbenen Pizza- und Baguettegeschäfts und des Molkereiprodukte-Herstellers Onken sowie vom florierenden Auslandsgeschäft. Erstmals übertraf hier der Auslandsumsatz das Inlandsgeschäft. Derzeit prüft der Konzern auch den Markteinstieg in China, Indien, Nord- und Südamerika.

Im Biergeschäft stieg der Umsatz durch die Einbeziehung von Brau und Brunnen um zwei Prozent auf 1,32 Mrd. Euro, auf vergleichbarer Basis aber schrumpfte er deutlich um 6,7 Prozent. Im Biergeschäft konnte sich der Konzern, der Marken wie Radeberger, Jever, Schöfferhofer und Clausthaler unter seinem Dach vereint, dem rückläufigen Markttrend damit nicht entziehen. Dagegen stieg der Absatz an Sekt, Wein und Spirituosen deutlich. Nicht zuletzt die Henkell & Söhnlein-Gruppe konnte ihren Absatz steigern. Der Bereich legte beim Umsatz um 6,6 Prozent zu auf 504 Mill. Euro.

Im größten Geschäftsfeld Schifffahrt stieg der Umsatz der Reederei Hamburg Süd um 19,1 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro. Das Ergebnis habe über den Erwartungen gelegen, sagte Oetker. Beim Ergebnis sei 2005 sogar das „bisher beste Jahr der Reederei-Gruppe“ gewesen, sagte Oetker. Allerdings gerieten die Frachtraten und damit die Gewinnmargen im zweiten Halbjahr wegen vieler Schiffsneubauten unter Druck.

Für 2006 rechnet die Oetker-Gruppe deshalb nicht mit einer Fortsetzung des stürmischen Wachstums. „Es wird ein Jahr ohne spektakuläre Höhepunkte, aber auch ohne böse Überraschungen. Und damit wird 2006 aus unserer Sicht keineswegs ein schlechtes Jahr“, sagte Oetker.

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